So ändern Sie die Standorteinstellungen Ihres PCs
Was den Datenschutz angeht, ist es kein Geheimnis, dass man anhand seiner IP-Adresse ziemlich leicht verfolgt werden kann. Fast jeder mit grundlegenden Computerkenntnissen kann sehen, von wo aus man online ist. Das ist ziemlich merkwürdig, wenn man einfach nur surfen oder streamen möchte, ohne zu viel preiszugeben. Wer also schon immer mal die Tracker austricksen, auf regionale Inhalte zugreifen oder sich im Internet einfach etwas sicherer fühlen wollte, kann mit ein paar Tricks seinen PC einen anderen Standort melden lassen – nicht immer perfekt, aber es funktioniert einigermaßen.
Wie man den PC-Standort ändert (ohne dabei den Verstand zu verlieren)
Ändern Sie Ihren Standardspeicherort in Windows
Diese Methode ist zwar etwas simpel, aber hilfreich. Windows bezieht Standortinformationen aus verschiedenen Quellen: GPS (falls vorhanden), WLAN-Informationen und Ihrer IP-Adresse. Die Standardstandorteinstellung gibt eher an, was Windows als Ihren Standort *angibt*, nicht unbedingt, wo Sie sich gerade befinden. Wenn Sie dort einen falschen Standort angeben, könnten manche Apps diesen übernehmen.
- Drücken Sie die Windows-Taste + X und wählen Sie Einstellungen.
- Gehen Sie zu Datenschutz > Standort.
- Scrollen Sie nach unten zu „Standardspeicherort“ und klicken Sie auf „Als Standard festlegen“.
- Geben Sie einen fiktiven Ort ein, der Ihren Bedürfnissen entspricht – einen Ort, an dem Sie erscheinen möchten – und wählen Sie die nächstgelegene Option aus dem Dropdown-Menü aus.
- Schließen Sie das Fenster, und schon teilt Windows den Apps mit, dass Sie sich an diesem neuen Standort befinden.
Nur zur Info: Ihre tatsächliche IP-Adresse ändert sich dadurch nicht. Webseiten, die Ihre IP-Adresse auslesen, sehen also weiterhin Ihren tatsächlichen Standort. Trotzdem kann es manche Apps etwas besser täuschen.
Oder nutzen Sie ein VPN – die echte Lösung
Das ist der ultimative Trick. VPNs leiten Ihren gesamten Datenverkehr über Server an verschiedenen Standorten um, sodass Websites deren IP-Adresse und nicht Ihre sehen. Es ist quasi wie eine digitale Tarnung. Allerdings sind nicht alle VPNs gleich gut – manche sind extrem langsam oder haben seltsame Serverauswahlen. Die Wahl eines guten VPNs mit mehreren Servern in der gewünschten Region ist daher entscheidend.
Beispiel: Wenn Sie auf Reisen sind oder remote arbeiten, ist die Verbindung zu einem VPN-Server in einer anderen Stadt oder einem anderen Land unkompliziert. Wählen Sie einfach den Server aus, und Ihre IP-Adresse scheint von diesem Standort zu stammen.
- Starten Sie Ihre VPN-App – zum Beispiel NordVPN, Surfshark oder eine andere App Ihrer Wahl.
- Melden Sie sich mit Ihren Kontodaten an.
- Wählen Sie in der Dropdown-Liste einen Server aus, der dem Standort zugeordnet ist, von dem aus Sie auf der Karte oder in der Dropdown-Liste angezeigt werden möchten.
- Klicken Sie auf „Verbinden“, und Ihr Traffic sollte nun so aussehen, als käme er von dieser Stelle.
Profi-Tipp: Manche VPNs ermöglichen die Auswahl bestimmter Server, andere hingegen nur eines zufällig ausgewählten Ortes oder Landes. Für volle Kontrolle sollten Sie einen VPN-Anbieter wählen, bei dem Sie den genauen Serverstandort festlegen können.
Browserbasierte Spoofing- und Standortblocker
Darüber hinaus können Browser wie Chrome oder Firefox Ihren Standort abfragen, selbst wenn Sie ein VPN nutzen. Sie können dies in den Browsereinstellungen deaktivieren – suchen Sie dort nach „Standortberechtigungen“ und verweigern Sie den Zugriff auf bestimmte Websites. Das ist zwar doppelt sicher, verhindert aber, dass Websites Ihr VPN umgehen und Ihre GPS-Daten erfassen.
Außerdem können einige Chrome-Erweiterungen wie „Location Guard“ einen gefälschten Standort festlegen, den Apps oder Websites auslesen können. Vorsicht ist jedoch geboten, da diese bei manchen Websites oder Apps, die andere Methoden (z. B.WLAN-Netzwerke) zur Standortbestimmung verwenden, problematisch sein können.
Zusätzliche Tipps & Hinweise
- Manche Apps oder Websites ermitteln Ihren Standort weiterhin über WLAN oder GPS, daher reicht es nicht immer aus, nur Ihre IP-Adresse zu ändern. Das Deaktivieren der Standortfreigabe in Browsern kann Abhilfe schaffen.
- Unter Windows kann das Deaktivieren der Ortungsdienste unter Einstellungen > Datenschutz > Standort eine zusätzliche Datenschutzebene schaffen, Ihre IP-Adresse wird dadurch jedoch nicht verborgen.
- Die Änderung von Datum und Uhrzeit Ihres Systems, um sie an eine andere Zeitzone anzupassen, dient eher der Optik als der tatsächlichen Standortverschleierung. Wenn ein Dienst jedoch zeitkritisch ist, kann dies unter Umständen hilfreich sein.
Ehrlich gesagt, ist es nicht perfekt. Manchmal wird man erwischt, wenn man nicht mehrere Methoden kombiniert: VPN, Browser-Standortblockierung und Deaktivierung von GPS. Aber zumindest werden dadurch einige offensichtliche Spuren verwischt.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich ein kostenloses VPN bekommen?
Ja, es gibt viele kostenlose VPNs. Erwarte aber keine blitzschnellen Geschwindigkeiten oder eine vollständige Länderliste. Meistens gibt es Drosselungen oder Werbung, aber für einfaches Spoofing reichen sie vielleicht aus.
Warum zeigt mir mein PC an, dass ich mich an einem anderen Ort befinde?
Das passiert meist, weil sich der Server Ihres Internetanbieters in einer anderen Stadt befindet oder Ihr Gerät einen Proxy, ein VPN oder Standorteinstellungen verwendet, die auf einen anderen Server verweisen. Manchmal spielen auch WLAN- oder GPS-Ortung eine Rolle.
Ich hoffe, das hilft jemandem, der sich etwas ungeschützt fühlt. Die Änderung des virtuellen Standorts bietet zwar keinen hundertprozentigen Schutz, kann aber definitiv die Privatsphäre erhöhen oder bestimmte Inhalte freischalten.