So beheben Sie den Bluescreen-Fehler (BSOD) in Windows 11
Der Bluescreen (BSOD) ist quasi Windows‘ Art, die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen und zu sagen: „Irgendwas ist kaputt, besser alles abbrechen, bevor es noch schlimmer wird.“ Normalerweise sieht man ihn, wenn das System komplett abstürzt und einen Neustart erzwingt, oft mit einem Fehlercode oder Barcode am unteren Bildschirmrand. Das ist echt ärgerlich, besonders wenn man gerade etwas Wichtiges erledigt, aber die gute Nachricht ist: Meistens lässt sich das Problem beheben, ohne dass man sich groß die Haare raufen muss.
Typischerweise tritt ein Bluescreen (BSOD) aufgrund von Hardwareproblemen, inkompatiblen Software-Updates, beschädigten Systemdateien oder Treiberproblemen auf. Manchmal ist das System einfach nur überlastet, beispielsweise durch defekten Arbeitsspeicher, fehlerhafte Treiber oder sogar Malware, die die Verbindungen beeinträchtigt. Die Kenntnis der Ursache hilft, die Suche nach der richtigen Lösung einzugrenzen. Und falls das nicht hilft, gibt es noch weitere Optionen – von Treiberaktualisierungen bis hin zur Systemwiederherstellung. Kurz gesagt: Es lohnt sich, diese häufigen Ursachen zu überprüfen, um Ihren PC wieder zum Laufen zu bringen.
So beheben Sie den Bluescreen in Windows 11
Fehlercode oder Stoppcode identifizieren
Als Erstes sollten Sie den Bildschirm betrachten, wenn der Bluescreen erscheint. Der Stoppcode oder die Fehlermeldung am unteren Bildschirmrand hilft dabei, die Absturzursache einzugrenzen. Oft lautet sie beispielsweise „0x00000000“ oder lautet „CRITICAL_PROCESS_DIED“. Manchmal gibt es auch einen Barcode, den Sie scannen oder kopieren können; dieser kann Ihnen sogar die genaue Ursache des Problems verraten.
Warum der Aufwand? Weil die Google-Suche nach diesem Code oder Barcode zu konkreten Lösungen führen kann oder zumindest Aufschluss darüber gibt, ob das Problem an der Hardware oder der Software liegt. Sollte Ihr PC jedoch automatisch neu starten, bevor Sie den Code lesen können, empfiehlt es sich, die automatische Neustartfunktion zu deaktivieren. So geht’s:
- Drücken Sie Windows + ‚X‘ und öffnen Sie die „Einstellungen“.
- Gehen Sie zu „System“ > „Über“.
- Klicken Sie auf „Erweiterte Systemeinstellungen“.
- Klicken Sie im Popup-Fenster auf „Start und Wiederherstellung“.
- Deaktivieren Sie unter „Systemausfall“ die Option „Automatisch neu starten“.
- Erledigt. Sollte nun erneut ein Bluescreen auftreten, können Sie den Fehlercode deutlich sehen.
Entfernen Sie jegliche zusätzliche Hardware.
Manchmal können neue Hardware oder USB-Geräte Konflikte verursachen. Wenn nach dem Anschließen einer neuen Maus, Tastatur oder externen Festplatte Abstürze auftreten, trennen Sie diese und testen Sie es erneut. Probleme mit Hardwaretreibern oder sogar Schadsoftware auf einem USB-Gerät können Bluescreens auslösen. Daher ist es ratsam, verdächtige Hardware zu entfernen und zu testen.
Speicherabbilddateien prüfen
Wenn ein Bluescreen (BSOD) auftritt, speichert Windows Details in Dump-Dateien – kleinen Protokolldateien, die im Stammverzeichnis abgelegt werden %windir%\Minidump. Diese können eine wahre Fundgrube für die Fehlerbehebung sein, insbesondere wenn kein Stoppcode angezeigt wird oder Windows automatisch neu startet. Um diese Dateien zu überprüfen, empfiehlt sich die Installation eines Tools wie WinDbg Preview.
- Suchen Sie nach „WinDbg“ und führen Sie es als Administrator aus.
- Drücken Sie die entsprechende Taste Ctrl + Doder verwenden Sie das Menü, um den Dump-Ordner zu öffnen:
%windir%\Minidump. - Öffnen Sie die aktuelle Dump-Datei und führen Sie sie aus
!analyze -v, um detaillierte Informationen zu erhalten. - Im Abschnitt „Wahrscheinlich verursacht durch“ können Sie nach fehlerhaften Treibern oder Hardware suchen.
Es ist etwas umständlich, aber hilfreich – manchmal findet man so heraus, dass ein bestimmter Treiber oder ein defektes Hardwareteil die Ursache ist. Mit dem Treiberüberprüfer lassen sich Treiber auch einem Stresstest unterziehen und fehlerhafte Treiber kennzeichnen, sodass man sie gegebenenfalls ersetzen oder aktualisieren kann.
Systemtreiber aktualisieren
Treiber sind die Schnittstelle zwischen Windows und Ihrer Hardware. Veraltete oder inkompatible Treiber verursachen allerlei Probleme, bis hin zu Bluescreens. So aktualisieren Sie sie:
- Drücken Sie Windows + ‚X‘ und wählen Sie „Geräte-Manager“.
- Suchen Sie das Gerät, das Probleme bereitet – Grafikkarte, Netzwerkadapter usw.– und doppelklicken Sie darauf.
- Wechseln Sie zum Reiter „Treiber“ und klicken Sie dann auf „Treiber aktualisieren“.
- Wählen Sie „Automatisch nach Fahrern suchen“.
- Manchmal enthalten neuere Treiber Fehler – in diesem Fall können Sie ein Downgrade durchführen:
- Klicken Sie im selben Tab auf „Treiber zurücksetzen“.
Dieser Vorgang behebt häufig Bluescreens, die durch Treiberinkompatibilitäten verursacht werden. Manchmal ist es jedoch ratsamer, die Treiberaktualisierungen des Herstellers direkt von dessen Website zu installieren, insbesondere bei Grafikkarten oder Netzwerkadaptern.
Systemaktualisierung durchführen
Windows-Updates enthalten häufig Fehlerbehebungen, Sicherheitspatches und Treiberaktualisierungen. Stellen Sie daher sicher, dass Sie die neueste Version verwenden. Suchen Sie nach Updates:
- Gehen Sie zu Einstellungen > Windows Update.
- Klicken Sie auf „Nach Updates suchen“.
- Laden Sie alle verfügbaren Updates herunter und installieren Sie diese. Starten Sie den Computer neu, wenn Sie dazu aufgefordert werden.
Falls Ihre Updates zuvor deaktiviert waren oder nicht funktionierten, kann die Installation der neuesten Updates bekannte Probleme beheben, die zu Bluescreens führen. Manchmal veröffentlicht Microsoft Patches, die speziell auf Stabilitätsprobleme in neueren Builds abzielen.
Entfernen Sie das spezifische Update, das die Probleme verursacht.
Wenn der Bluescreen nach einem kürzlich erfolgten Windows-Update auftritt, lohnt es sich, dieses Update zu deinstallieren:
- Gehen Sie zu „Windows Update“ > „Updateverlauf“.
- Klicken Sie auf „Updates deinstallieren“.
- Suchen Sie das aktuellste Update, wählen Sie es aus und klicken Sie auf „Deinstallieren“.
Starten Sie den Computer neu und prüfen Sie, ob die Abstürze dadurch behoben werden. Wenn Sie es eilig haben oder sich Sorgen um die Sicherheit machen, sollten Sie dies natürlich nur vorübergehend tun – Updates sind zwar wichtig, können aber vorübergehend mehr Probleme verursachen, als sie lösen.
Problembehaftete Dateien bereinigen und neu installieren
Beschädigte Installationsdateien oder unvollständige Downloads können Systemdateien beschädigen und zu Instabilität führen. Führen Sie die Datenträgerbereinigung über die Suchleiste aus, entfernen Sie unnötige Dateien und laden Sie anschließend die Installationsdateien für problematische Programme oder Updates erneut herunter.
- Geben Sie „Datenträgerbereinigung“ in die Suchleiste ein und wählen Sie es aus.
- Wählen Sie das Laufwerk aus, auf dem Windows installiert ist, und klicken Sie dann auf „Systemdateien bereinigen“.
- Markieren Sie, was Sie löschen möchten – temporäre Dateien, frühere Windows-Installationen usw.– und bestätigen Sie Ihre Auswahl.
- Bei Bedarf erneut herunterladen und installieren.
Leistungseinstellungen auf Höchstleistung einstellen
Der Betrieb im Energiesparmodus oder mit einem ausgewogenen Profil kann die Stromverfügbarkeit für die Hardware einschränken und zu Instabilität führen. Wechseln Sie in den Hochleistungsmodus:
- Öffnen Sie die Systemsteuerung über die Suchleiste.
- Gehen Sie zu Energieoptionen.
- Wählen Sie „Energiesparplan erstellen“, dann „Hohe Leistung“, anschließend „Weiter“ und „Erstellen“.
- Optional: Klicken Sie auf „Planeinstellungen ändern“ > „Erweiterte Energieeinstellungen ändern“.
- Erweitern Sie Optionen wie „Prozessor-Energiemanagement“, stellen Sie den Minimal- und Maximalzustand auf 100 % ein und stellen Sie sicher, dass alle Grafikeinstellungen auf Maximum stehen.
Dies trägt dazu bei, dass Ihre Hardware ausreichend mit Strom versorgt wird, wodurch unerwartete Abstürze verhindert werden können.
Schnellstart deaktivieren
Windows 11 verfügt über eine Schnellstartfunktion, die einige Systemdateien für einen schnelleren Systemstart geöffnet hält. In manchen Fällen kann dies jedoch zu Bluescreens führen. Deaktivieren Sie diese Funktion:
- Öffnen Sie die Systemsteuerung und gehen Sie zu Energieoptionen.
- Wählen Sie „Auswählen, was beim Schließen des Deckels geschieht“.
- Klicken Sie auf „Einstellungen ändern, die momentan nicht verfügbar sind“ und deaktivieren Sie dann „Schnellstart aktivieren“.
- Speichern und neu starten.
Starten Sie im abgesicherten Modus zur Diagnose.
Der abgesicherte Modus lädt Windows nur mit den unbedingt notwendigen Treibern und Diensten. Wenn hier keine Bluescreens mehr auftreten, liegt es mit ziemlicher Sicherheit an einem Software- oder Treiberproblem und nicht an einem Hardwareproblem. So starten Sie den abgesicherten Modus:
- Halten Sie die Umschalttaste gedrückt und klicken Sie auf „Neustart“.
- Navigieren Sie zu „Problembehandlung“ > „Erweiterte Optionen“ > „Starteinstellungen“.
- Klicken Sie auf „Neustart“ und drücken Sie dann die entsprechende Taste 4, F4um in den abgesicherten Modus zu wechseln.
Wenn Ihr System hier reibungslos läuft, beginnen Sie damit, Treiber und Software zu deaktivieren oder zu aktualisieren, und testen Sie dann erneut im normalen Modus.
Speicherdiagnose ausführen
Fehlerhafter Arbeitsspeicher (RAM) verursacht häufig Bluescreens. Windows verfügt über ein integriertes Tool:
- Drücken Sie diese Taste, um „Ausführen“Windows + R zu öffnen.
- Geben Sie den Text ein
mdschedund drücken Sie die Eingabetaste. - Wählen Sie „Jetzt neu starten und auf Probleme prüfen“.
- Lassen Sie das Tool laufen – falls es Fehler findet, muss der Arbeitsspeicher möglicherweise ausgetauscht werden.
Führen Sie SFC und DISM zur Reparatur von Systemdateien aus.
Beschädigte Systemdateien können zu Instabilität führen. Führen Sie diese Befehle in einer Eingabeaufforderung mit Administratorrechten aus:
- Suchen Sie nach „Eingabeaufforderung“, klicken Sie mit der rechten Maustaste und wählen Sie „Als Administrator ausführen“.
- Geben Sie den Text ein
sfc /scannowund drücken Sie die Eingabetaste – warten Sie, bis der Vorgang abgeschlossen ist. - Dann tippen Sie
DISM /Online /Cleanup-image /RestoreHealthund drücken Sie die Eingabetaste.
Wiederholen Sie beides gegebenenfalls, starten Sie das System anschließend neu und prüfen Sie, ob der Bluescreen weiterhin besteht.
Führen Sie einen sauberen Neustart durch.
Bei Verdacht auf Softwarekonflikte kann ein sauberer Neustart das Problem eingrenzen:
- Drücken Windows + Rund tippen
msconfig. - Aktivieren Sie auf der Registerkarte „Dienste “ die Option „Alle Microsoft-Dienste ausblenden“ und klicken Sie anschließend auf „Alle deaktivieren“.
- Wechseln Sie zum Reiter „Autostart“ und öffnen Sie den Task-Manager.
- Deaktivieren Sie alle Autostart-Programme und starten Sie den Computer anschließend neu.
Wenn der Bluescreen aufhört, aktivieren Sie die Komponenten nacheinander wieder, um den Verursacher zu finden.
Weitere Tipps: Reinigen Sie Ihren PC, installieren Sie regelmäßig Updates und überprüfen Sie Ihre Hardware.
Staubablagerungen, lose Kabel oder defekte Hardware können Abstürze verursachen. Reinigen Sie Ihr System gründlich, überprüfen Sie alle Verbindungen und führen Sie regelmäßig Virenscans durch. Vermeiden Sie außerdem Übertakten oder Untertakten, es sei denn, Sie wissen genau, was Sie tun – diese Eingriffe können Ihr System destabilisieren. Sollte nichts helfen, ziehen Sie eine Neuinstallation von Windows oder die Überprüfung der Hardware durch einen Fachmann in Betracht.
All diese Schritte, manchmal auch in Kombination, bieten die besten Chancen, diese mysteriösen Bluescreens in den Griff zu bekommen. Es ist zwar nicht einfach, aber die meisten Bluescreens lassen sich mit etwas Geduld beheben. Hoffentlich hilft das jemandem da draußen.
Zusammenfassung
- Prüfen Sie die Fehler-/Stoppcodes auf Hinweise.
- Deaktivieren Sie den automatischen Neustart, um BSOD-Informationen auszulesen.
- Entfernen Sie kürzlich hinzugefügte, in Konflikt stehende Hardware.
- Analysieren Sie Dump-Dateien mit WinDbg.
- Treiber aktualisieren oder auf eine ältere Version zurücksetzen.
- Halten Sie Windows auf dem neuesten Stand.
- Entfernen Sie kürzlich durchgeführte Updates, falls diese Probleme verursachen.
- Bereinigen Sie die Systemdateien und laden Sie die Installationsprogramme erneut herunter.
- Schalten Sie den Energiesparplan auf Höchstleistung.
- Schnellstart deaktivieren.
- Starten Sie im abgesicherten Modus und führen Sie die Diagnose durch.
- Führen Sie Speicher- und Systemscans durch.
- Führen Sie einen sauberen Neustart durch, um Softwarekonflikte zu identifizieren.
- Überprüfen Sie den Zustand der Hardware und die Verbindungen.
Zusammenfassung
Bluescreens sind ärgerlich, lassen sich aber meist beheben – manchmal reicht schon ein Treiberupdate, eine kleine Systemanpassung oder eine gründliche Reinigung des PCs. Sollten all diese Schritte nicht helfen, könnte ein Hardwaredefekt vorliegen. In diesem Fall empfiehlt sich ein Besuch in einem Servicecenter. Hoffentlich hilft Ihnen dieser Beitrag weiter und erspart Ihnen viel Zeit bei der Fehlersuche – viel Erfolg!