So beheben Sie einen Fehler nach einem fehlgeschlagenen BIOS-Update
Wenn ein BIOS-Update schiefgeht – es beispielsweise mittendrin abstürzt oder das System gar nicht mehr startet –, kann man schnell das Gefühl haben, alle Hoffnung sei verloren. Es klingt paradox, aber ein fehlgeschlagener BIOS-Flash kann das Mainboard komplett unbrauchbar machen, sodass man weder ins BIOS gelangt noch irgendetwas starten kann. Meistens kommt es dann zu einem „NO POST“-Fehler, bei dem die Hardware einfach nicht initialisiert wird. Denn natürlich macht das BIOS manchmal Probleme. Die gute Nachricht: Die meisten modernen Mainboards haben einige versteckte Tricks auf Lager, wie z. B.die automatische Wiederherstellung, Dual-BIOS oder USB Flashback, die, richtig angewendet, das Problem lösen können. Der Haken? Jede Methode hat ihre Eigenheiten und hängt stark vom jeweiligen Mainboard-Modell ab, daher ist es ein bisschen ein Versuch-und-Irrtum-Verfahren. Aber mit Geduld und den richtigen Schritten ist es oft möglich, das BIOS wieder zum Laufen zu bringen, ohne das gesamte Mainboard austauschen zu müssen.
So reparieren Sie ein beschädigtes BIOS unter Windows und BIOS-Wiederherstellung
Versuchen Sie die automatische BIOS-Wiederherstellung.
Dies ist eine Art erster Test – sofern Ihr System dies unterstützt. Die automatische BIOS-Wiederherstellung, die üblicherweise bei Laptops oder einigen Desktop-Mainboards zu finden ist, lädt ein Backup-Image von Ihrer primären Festplatte und versucht, sich selbst wiederherzustellen, sobald ein Update fehlschlägt. Warum ist das hilfreich? Wenn Ihr BIOS beschädigt ist, das Wiederherstellungs-Image aber unberührt, kann die Wiederherstellung automatisch starten. Warum das funktioniert, ist unklar, aber bei manchen Systemen kann bereits ein Neustart oder ein CMOS-Reset die Wiederherstellung auslösen. Möglicherweise müssen Sie auch herstellerspezifische Tastenkombinationen drücken – beispielsweise Windows + B bei HP oder Strg + Esc bei Dell – direkt nach dem Hochfahren des Systems. Beachten Sie jedoch, dass dies nicht immer funktioniert. Manchmal ist das Wiederherstellungs-Image nicht eingerichtet oder der BIOS-Chip selbst ist zu stark beschädigt, als dass der Prozess starten könnte. Wenn die automatische Wiederherstellung nicht hilft, versuchen Sie die unten beschriebenen manuellen Methoden.
Verwenden Sie die vom Hersteller empfohlene Bootblock-Wiederherstellung.
Das ist etwas technischer, aber wenn Ihr Mainboard die Boot-Block-Technologie unterstützt, können Sie das BIOS möglicherweise neu flashen, selbst wenn der Haupt-BIOS-Chip beschädigt ist. Betrachten Sie es als Sicherheitsnetz, mit dem Sie ein sauberes BIOS-Image neu installieren können. Laden Sie dazu die passende BIOS-Datei – idealerweise die neueste Version – von der Support-Seite des Herstellers herunter oder verwenden Sie die von ihm bereitgestellten Wiederherstellungstools. ASUS bietet beispielsweise das EZ Flash-Tool an, während MSI und Gigabyte ähnliche Tools im BIOS integriert oder über bootfähige USB-Sticks bereitstellen. Oft müssen Sie die BIOS-Datei exakt gemäß der Dokumentation umbenennen. Die Benennung variiert je nach Hersteller – manche verlangen „.bIOS“ .ROM, andere „.bIOS .bat“.Kopieren Sie die BIOS-Datei anschließend auf einen USB-Stick, stecken Sie diesen in den entsprechenden USB-Anschluss (oft mit „BIOS“ oder „BIOS Flashback“ beschriftet) und aktivieren Sie den Wiederherstellungsmodus – in der Regel durch Drücken einer bestimmten Taste auf dem Mainboard. Bei manchen Modellen müssen Sie die Taste einige Sekunden lang gedrückt halten, bis eine LED blinkt und den Start des BIOS-Neuflash-Vorgangs signalisiert. Seien Sie geduldig und vermeiden Sie Stromausfälle – verwenden Sie nach Möglichkeit eine USV, da dieser Prozess nicht narrensicher ist, insbesondere wenn der Bootblock während des Flash-Vorgangs beschädigt wurde.
Über die Dual-BIOS-Funktion
Verfügt Ihr Mainboard über ein Dual-BIOS-System – also zwei BIOS-Chips – kann dies lebensrettend sein. Es ist, als ob ein Backup direkt in die Hardware integriert wäre. Normalerweise schaltet das System automatisch auf das Backup-BIOS um, wenn das primäre ausfällt. Manchmal müssen Sie jedoch manuell einen Schalter umlegen oder eine spezielle Taste drücken, um die Wiederherstellung zu aktivieren. Die Vorgehensweise ist folgende: Bereiten Sie einen USB-Stick mit einem funktionierenden BIOS-Image vor, wechseln Sie zum Backup-BIOS, stecken Sie den USB-Stick ein und flashen Sie das BIOS neu. Anschließend wechseln Sie zurück zum Haupt-BIOS und starten den Computer neu. Dieser Vorgang variiert je nach Mainboard-Hersteller. Konsultieren Sie daher am besten das Handbuch oder die Support-Seiten des Herstellers für genaue Anweisungen. Wenn Sie Erfahrung mit dem Flashen von BIOS-Dateien auf einen USB-Stick haben – beispielsweise mit Tools wie ASUS EZ Flash, Gigabyte Q-Flash oder MSI M-Flash –, können Sie Ihr Mainboard auf diese Weise relativ sicher wieder zum Laufen bringen.
Neuflashen mit der USB-Flashback-Taste
Viele neuere Mainboards vereinfachen die BIOS-Wiederherstellung durch eine praktische Funktion namens USB Flashback. Dazu erstellt man eine passende BIOS-Datei, kopiert sie auf einen FAT32-formatierten USB-Stick, steckt diesen in den entsprechenden Anschluss (meist mit „BIOS“ oder „Flashback“ beschriftet) und drückt die entsprechende Taste. Das System wird dann im Hintergrund aktualisiert, wobei eine LED den Fortschritt anzeigt. Praktisch ist, dass diese Methode nicht vom System-POST abhängt. Wenn sich der PC also einschalten lässt, Windows aber nicht startet oder man nicht ins BIOS gelangt, ist dies eine zuverlässige Lösung. Wichtig ist nur, dass die Datei gemäß Handbuch korrekt benannt ist – manchmal muss sie „name. ROM“ oder ähnlich heißen. Bei einem unserer Testsysteme dauerte es etwa 10 Minuten, und das Mainboard startete anschließend normal. Hoffentlich hilft es Ihnen, denn es ist eine der einfachsten und sichersten Optionen, die Sie zuerst ausprobieren sollten.
Kontaktaufnahme mit dem Hersteller oder professionelle Hilfe
Wenn alle anderen Versuche fehlschlagen, kann der Hersteller möglicherweise den BIOS-Chip neu programmieren oder austauschen. Normalerweise muss dazu das Mainboard eingeschickt oder zu einer lokalen Reparaturwerkstatt mit einem geeigneten BIOS-Programmiergerät gebracht werden. Beachten Sie, dass dadurch Ihre Garantie erlöschen kann – informieren Sie sich daher vorher über die Garantiebedingungen. Manchmal verfügen Hersteller über spezielle Werkzeuge oder Dienstleistungen, mit denen der BIOS-Chip wiederhergestellt oder ersetzt werden kann, ohne das gesamte Mainboard austauschen zu müssen.
Hardware-Flashing oder Austausch von BIOS-Chips
Für echte Fortgeschrittene, die sich mit Löten und Entlöten auskennen, bietet sich der direkte Austausch oder die Neuprogrammierung des BIOS-Chips an. Mit Tools wie dem SPI CH341A Mini Programmer oder dem TL866 lässt sich der BIOS-Chip direkt auf dem Mainboard ansteuern (oder auslöten, falls er gesockelt ist) und anschließend ein funktionierendes BIOS-Image aufspielen. Ehrlich gesagt, sollte man das besser Profis überlassen, es sei denn, man hat bereits Erfahrung, denn ein Fehler kann das Mainboard unbrauchbar machen. Manche BIOS-Chips sind zudem direkt auf dem Mainboard verlötet, was die Sache verkompliziert – eine Entlötstation oder professionelle Hilfe sind möglicherweise erforderlich. Gelingt es aber, alles richtig zu machen, ist es manchmal die einzige Möglichkeit, einen Totalausfall zu beheben.
Tauschen Sie Ihren BIOS-Chip aus.
Wenn Sie wissen, was Sie tun, ist der Austausch des BIOS-Chips eine Option – insbesondere bei älteren Mainboards oder wenn der Chip selbst beschädigt ist. Sie benötigen einen vorprogrammierten Chip, der zu Ihrem Mainboard-Modell passt. Entfernen Sie den alten Chip vorsichtig mit einem Chip-Auszieher oder Lötwerkzeug und löten Sie den neuen ein. Nutzen Sie Websites wie MSI Memory oder andere seriöse Anbieter, um das passende Ersatzteil zu finden. Beachten Sie, dass dies eine fortgeschrittene Reparatur ist und Fehler das Mainboard dauerhaft beschädigen können. Im Zweifelsfall ist es ratsam, eine professionelle Reparatur in Anspruch zu nehmen oder das Mainboard komplett auszutauschen.
Letztendlich ist die BIOS-Wiederherstellung zwar frustrierend, aber oft machbar – es hängt lediglich von den Funktionen Ihres Mainboards und Ihrer Bereitschaft ab, selbst Hand anzulegen. Falls Ihnen das Flashen der Hardware zu kompliziert erscheint, ist der Hersteller oder ein Fachmann vor Ort möglicherweise die sicherere Wahl. Geben Sie die Hoffnung in jedem Fall noch nicht auf.
Zusammenfassung
- Prüfen Sie, ob Ihr System über eine automatische Wiederherstellungsfunktion verfügt und versuchen Sie einen Neustart erzwingen oder einen CMOS-Reset durchführen.
- Falls unterstützt, versuchen Sie die BIOS-Wiederherstellung über Boot Block oder Herstellertools.
- Nutzen Sie Dual BIOS, falls verfügbar – erstellen Sie eine saubere BIOS-Datei und wechseln Sie zur Sicherung.
- USB Flashback kann ein Lebensretter sein – einfach die Datei korrekt vorbereiten, einlegen und den Knopf drücken.
- Wenn alles andere fehlschlägt, wenden Sie sich an den Hersteller oder einen professionellen Reparaturservice.
- Für die Mutigen: Hardware-Flashing, Chip-Tausch oder Austausch des BIOS-Chips – aber nur, wenn man sich dessen sicher ist.
Zusammenfassung
Die Wiederherstellung eines defekten BIOS ist nicht immer einfach, aber die Chancen stehen gut, wenn Ihr Mainboard über eine Wiederherstellungsfunktion verfügt. Es hängt jedoch stark von modellspezifischen Besonderheiten und etwas Geduld ab. Hoffentlich verschafft Ihnen dieser Text einen besseren Überblick über Ihre Möglichkeiten – denn BIOS-Probleme zu beheben ist zwar ärgerlich, aber oft möglich.