So beheben Sie Probleme mit einem Motherboard, das sich nicht einschalten lässt oder keine Stromversorgung erhält
Probleme mit dem Mainboard können sehr ärgerlich sein, besonders wenn es sich gar nicht mehr einschalten lässt. Manchmal liegt es an nicht richtig sitzender Hardware, Problemen mit der Stromversorgung oder einfach an einem Kurzschluss. Wenn Ihr Mainboard nicht mehr reagiert, müssen Sie einige gängige Überprüfungen durchführen, um es wieder zum Laufen zu bringen. Dieser Leitfaden erklärt Ihnen, wie Sie hartnäckige Startprobleme beheben und Ihr System hoffentlich wieder zum Laufen bringen können, ohne es komplett austauschen zu müssen.
Viele dieser Lösungen sind recht einfach, können aber einen großen Unterschied machen. Bedenken Sie jedoch, dass sich jedes System etwas unterscheidet. Manche Mainboards liefern eindeutigere POST- oder Pieptöne, andere sind weniger aussagekräftig. Dennoch decken diese Schritte die häufigsten Fehlerquellen ab und haben schon vielen Nutzern geholfen, ein scheinbar defektes Mainboard wieder zum Laufen zu bringen. Es ist nicht ungewöhnlich, mehrere Methoden ausprobieren zu müssen – Stromversorgungsprobleme können sich oft auf verschiedene Weise äußern.
Wie behebe ich Probleme mit dem Motherboard?
POST-Codes und Pieptöne prüfen – Warum das hilft
Der POST (Power-On Self-Test) ist im Grunde die Art und Weise, wie das Mainboard signalisiert: „Achtung, hier ist ein Fehler.“ Wenn Fehlercodes auf einem kleinen Display blinken oder beim Start Pieptöne ertönen, ist das ein erster Hinweis. Viele Mainboards verfügen über ein integriertes Debug-LCD oder ein System mit Pieptönen. Bei Mainboards mit Display notieren Sie sich den Code und schlagen ihn im Handbuch oder auf der Website des Herstellers nach – dort finden Sie in der Regel eine Liste mit den Bedeutungen der einzelnen Codes. Bei Pieptönen zählen Sie die kurzen und langen Pieptöne und vergleichen die Anzahl mit den Angaben im Handbuch Ihres Mainboards, um die Ursache des Problems zu ermitteln.
Bei manchen Rechnern kann die Verwendung einer POST-Testkarte entscheidend sein. Einfach in einen PCI-e-Steckplatz stecken, und sie zeigt während des POST einen Hexadezimalcode an. Falls Sie eine solche Karte besitzen, ist es einen Versuch wert – sie hilft, Hardwareprobleme genauer zu lokalisieren. Denn natürlich ist jedes Mainboard so einzigartig wie eine Schneeflocke, und manche Informationen sind nur mit den richtigen Werkzeugen oder durch das Durchforsten der Herstellerdokumentation zugänglich.
Komponentenplatzierung – Sicherstellen, dass alles an seinem Platz ist
Manchmal reicht schon ein leicht lockerer RAM-Riegel oder eine lockere Grafikkarte, damit das System nicht mehr startet.Öffnen Sie bei der Fehlersuche das Gehäuse und überprüfen Sie, ob alle Komponenten korrekt eingesetzt sind. Das bedeutet: Die RAM-Riegel müssen fest in ihren Steckplätzen eingerastet sein, die CPU muss bündig im Sockel sitzen und die Grafikkarte muss fest im PCI-e-Steckplatz stecken.Überprüfen Sie die Pins Ihrer CPU; sie müssen perfekt ausgerichtet sein – nicht verbogen oder beschädigt.
Überprüfen Sie außerdem, ob der Kühlkörper fest auf der CPU sitzt und die Stromanschlüsse (8-Pin-CPU- und 24-Pin-Mainboard-Anschluss) vollständig eingesteckt sind. Manchmal kann man sich durch ein paar Minuten Herumprobieren stundenlanges Rätselraten ersparen, warum der PC nicht mehr funktioniert.
Stromversorgung und Anschlüsse – könnten Ihre Schwachstelle sein
Das Mainboard lässt sich nicht einschalten, wenn das Netzteil nicht genügend Strom liefert oder die Anschlüsse locker sind.Überprüfen Sie alle Stromkabel – den 24-Pin-Hauptanschluss, den 8-Pin-CPU-Anschluss und alle zusätzlichen Stromanschlüsse der Grafikkarte. Stellen Sie sicher, dass sie fest sitzen und das Netzteil für den Strombedarf Ihres Systems ausgelegt ist. Es kommt häufig vor, dass neuere Grafikkarten viel Strom verbrauchen, das Netzteil aber nicht ausreichend dimensioniert ist.
Zur Überprüfung können Sie ein Hardware-Tool wie den Netzteiltester von PassMark verwenden. Alternativ können Sie, falls Sie sich damit auskennen, testweise ein funktionierendes Netzteil einbauen, um zu sehen, ob das Mainboard dadurch wieder funktioniert. Das ist zwar nicht immer möglich, aber manchmal die einfachste Lösung.
Auf Kurzschlüsse und Montageprobleme prüfen
Mainboards sind extrem empfindlich – jeglicher Kontakt mit dem Gehäuse oder lose Abstandshalter können einen Kurzschluss verursachen. Wenn Ihr Mainboard nicht startet oder ungewöhnliche Verhaltensweisen zeigt, überprüfen Sie es gründlich. Stellen Sie sicher, dass alle Abstandshalter korrekt montiert sind und keine fehlen oder falsch platziert sind. Metallische Partikel oder Schrauben dürfen die Unterseite des Mainboards nicht berühren. Achten Sie außerdem darauf, dass das Mainboard nicht verbogen oder gegen die Gehäusewände gedrückt wird.
Halten Sie alle Komponenten mindestens 6 mm von Metallteilen des Gehäuses entfernt. Wenn Sie Abstandshalter aus dem Zubehörhandel verwenden, überprüfen Sie unbedingt deren Kompatibilität mit Ihrem Mainboard-Modell. Manchmal genügt bereits ein kleiner Kurzschluss oder eine Erdung, um ein Mainboard komplett lahmzulegen.
Kein Startbefehl? Netzschalter und Anschlüsse prüfen.
Das ist ein klassischer Fall. Die Betriebsanzeige des Mainboards leuchtet möglicherweise, aber der Einschaltknopf reagiert nicht. Normalerweise deutet das auf ein Problem mit der Verkabelung oder dem Schalter hin. Suchen Sie die Anschlüsse für den Netzschalter ( PWR_SW ) auf Ihrem Mainboard – in Ihrem Handbuch sollte ein Diagramm enthalten sein. Wenn Sie sich das zutrauen, verbinden Sie die Pins kurz mit einem Schraubendreher. Wenn sich das System dann einschalten lässt, liegt das Problem wahrscheinlich am Gehäuse-Einschaltknopf oder an der Verkabelung.
Stellen Sie sicher, dass die Kabel fest angeschlossen sind und der Gehäuseschalter nicht defekt ist. Bei manchen Mainboards ist der interne Netzschalter im laufenden Betrieb austauschbar, die Verkabelung muss jedoch fest sitzen. Wenn Sie den Computer über den Onboard-Netzschalter (sofern vorhanden) starten können, deutet dies auf ein Problem mit der Verkabelung oder einen Defekt des Gehäuseschalters hin.
BIOS/UEFI-Updates und Hardwarekompatibilität
Manchmal funktioniert neuere Hardware einfach nicht mit alter Firmware. Wenn Sie eine neue CPU oder einen neuen Arbeitsspeicher einbauen möchten, suchen Sie auf der Website Ihres Mainboard-Herstellers nach dem neuesten BIOS- oder UEFI-Update. Laden Sie es herunter, folgen Sie den Anweisungen (in der Regel wird ein bootfähiger USB-Stick erstellt) und flashen Sie die Firmware – seien Sie dabei vorsichtig, denn ein BIOS-Unfall kann sehr ärgerlich sein.
Versuchen Sie nach dem Update die Hardwareinstallation erneut. Dadurch werden häufig Kompatibilitätsprobleme behoben, die verhindern, dass das Mainboard hochfährt oder den POST-Test abschließt. Beachten Sie, dass ein BIOS-Update keine Hardware-Schäden beheben kann. Wenn also alles in Ordnung aussieht, das System aber trotzdem nicht startet, suchen Sie weiter nach der Ursache.
CMOS-Batterie zurücksetzen – Energieeinstellungen löschen
Wenn Ihr Mainboard weiterhin nicht funktioniert, kann ein CMOS-Reset fehlerhafte oder veraltete BIOS-Einstellungen löschen, die den Startvorgang möglicherweise blockieren. Schalten Sie dazu alle Geräte aus, trennen Sie die Stromversorgung und entfernen Sie vorsichtig die CMOS-Batterie ( CR2032).Warten Sie etwa 30 Sekunden und setzen Sie sie dann wieder ein. Um ganz sicherzugehen, halten Sie den Clear-CMOS-Jumper auf Ihrem Mainboard gemäß der Bedienungsanleitung etwa 10 Sekunden lang gedrückt; er ist üblicherweise mit CLRCMOS oder CLR RTC beschriftet.
Nach dem Wiedereinsetzen der Batterie oder dem Zurücksetzen schalten Sie das Gerät wieder ein, rufen Sie das BIOS auf und nehmen Sie Ihre Einstellungen erneut vor. Dies kann Startprobleme, insbesondere nach BIOS-Updates oder Hardwareänderungen, mitunter beheben.
Zusammenfassung
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Fehlersuche bei einem Mainboard, das sich nicht einschalten lässt, eine Kombination aus der Überprüfung des korrekten Sitzes der Hardware, der Stromanschlüsse und Firmware-Updates erfordert. Manchmal reicht es, die Hardware einfach neu einzusetzen oder den CMOS-Speicher zu löschen. In anderen Fällen müssen defekte Komponenten ausgetauscht oder ein Fachmann hinzugezogen werden. Die gute Nachricht ist: Die meisten Probleme lassen sich mit Geduld und durch systematisches Ausschlussverfahren beheben.
Zusammenfassung
- Prüfen Sie die POST-/Display- oder Piepton-Codes auf Hinweise.
- Stellen Sie sicher, dass alle Komponenten korrekt eingesetzt und ausgerichtet sind.
- Überprüfen Sie die Stromversorgungsanschlüsse und deren Eignung.
- Prüfen Sie auf Kurzschlüsse oder Montageprobleme mit den Abstandshaltern.
- Prüfen Sie die Verkabelung des Netzschalters und verwenden Sie gegebenenfalls den integrierten Knopf.
- Aktualisieren Sie Ihr BIOS/UEFI, falls Hardwarekompatibilitätsprobleme auftreten.
- Setzen Sie die CMOS-Batterie zurück, um die BIOS-Einstellungen zu löschen.
Abschluss
Wenn keiner dieser Schritte das Mainboard zum Laufen bringt, sollten Sie sich an den Hersteller wenden. Dieser bietet möglicherweise erweiterte Diagnosemöglichkeiten an oder schlägt einen Garantieaustausch vor, falls das Board tatsächlich defekt ist. Die Fehlersuche bei Mainboards kann mitunter mühsam sein, aber mit etwas Geduld lassen sich die meisten Probleme beheben, ohne dass man häufig neue Hardware einbauen muss.