So konfigurieren Sie die BIOS-Einstellungen auf ASRock-Motherboards
Manchmal können die BIOS-Einstellungen Ihres ASRock-Mainboards etwas knifflig sein. Wenn Sie kürzlich einen PC zusammengebaut, Hardware aufgerüstet oder einfach nur seltsame Probleme wie eine falsche Uhrzeit oder fehlende Boot-Optionen bemerkt haben, lohnt sich ein genauer Blick ins BIOS. Nicht alle Einstellungen sind offensichtlich, und manche können falsch konfiguriert sein, was zu Problemen führt oder die optimale Systemleistung beeinträchtigt. Eine gründliche Überprüfung dieser Einstellungen kann größere Probleme vermeiden und Ihrem PC zu einem schnelleren und zuverlässigeren Start verhelfen. Ziel ist es, alles optimal einzustellen oder zumindest so sinnvoll, dass das System keine unerwarteten Fehler aufweist.
So beheben Sie häufige BIOS-Probleme auf ASRock-Motherboards
So stellen Sie die korrekte Uhrzeit und das korrekte Datum im BIOS ein
Eine falsche BIOS-Uhr ist meist kein großes Problem, kann aber Windows-Updates beeinträchtigen oder sogar Aktivierungsprobleme verursachen. Bei manchen Systemen wird die BIOS-Uhr nach dem Herunterfahren zurückgesetzt, was ziemlich ärgerlich ist. Wenn Sie feststellen, dass die Uhr bei jedem Neustart falsch geht, könnte die CMOS-Batterie leer oder fast leer sein. Oft lässt sich das Problem durch den Austausch dieser kleinen Knopfzelle (meist eine CR2032) beheben.
Um Datum und Uhrzeit zu aktualisieren, gehen Sie zu Einstellungen > BIOS oder drücken Sie Delbeim Start die entsprechende Taste, um ins BIOS zu gelangen. Dort finden Sie im EZ-Modus oder im erweiterten Modus das Feld „Systemdatum & -uhrzeit“. Klicken oder markieren Sie es einfach und passen Sie die Werte an. Beachten Sie, dass Sie bei manchen BIOS-Versionen die Änderungen vor dem Neustart speichern müssen.
Anpassen der Bootreihenfolge für schnellere Bootvorgänge oder Multiboot-Systeme
Wenn Sie mehrere Betriebssysteme verwenden oder von einem USB-Installationsmedium booten müssen, ist die korrekte Bootreihenfolge sehr hilfreich. Bei vielen ASRock-Mainboards finden Sie diese Einstellung unter Einstellungen > Booten im UEFI. Ziehen Sie das gewünschte Boot-Gerät im EZ-Modus per Drag & Drop an die erste Position oder ändern Sie die Optionen im erweiterten Modus unter Boot-Priorität.
Wenn bestimmte Startoptionen nicht angezeigt werden, liegt das manchmal daran, dass das CSM (Compatibility Support Module) deaktiviert ist. Dadurch wird die Unterstützung für ältere MBR-Festplatten deaktiviert. Um das CSM zu aktivieren, gehen Sie einfach zum Reiter „Start “ und wählen Sie „CSM starten“. Deaktivieren Sie das CSM nicht, wenn Sie ältere Festplatten verwenden, da sonst einige Startgeräte nicht mehr erkannt werden.
Umgang mit dem Schnellstart
Der Schnellstart ist praktisch, da er einige POST-Prüfungen überspringt und den Systemstart beschleunigt. Allerdings kann er auch das BIOS ausblenden oder die Tastaturerkennung beeinträchtigen. Falls Sie beim Start nicht ins BIOS gelangen, deaktivieren Sie den Schnellstart im Boot -Menü. Bei manchen Mainboards deaktiviert der Ultraschnellstart die Tastatureingabeaufforderungen vollständig. In diesem Fall müssen Sie ihn vorab deaktivieren, wenn Sie Einstellungen vornehmen möchten. Beachten Sie außerdem, dass das Aktivieren oder Deaktivieren des Schnellstarts manchmal auch Hardware-Kompatibilitätsprobleme beheben kann.
Bei manchen Konfigurationen müssen Sie möglicherweise den Schnellstart deaktivieren und den PC neu starten, um wieder auf das BIOS zugreifen zu können. Denn Windows macht es einem manchmal unnötig schwer.
Aktivierung des Kompatibilitätsunterstützungsmoduls (CSM)
Wenn bestimmte Geräte oder Startlaufwerke nicht angezeigt werden oder Sie versuchen, von einer älteren MBR-Festplatte zu starten, ist die Aktivierung des Kompatibilitätsunterstützungsmoduls (CSM) erforderlich. Gehen Sie dazu im erweiterten Modus auf die Registerkarte „ Start “ und suchen Sie nach dem CSM. Aktivieren Sie es einfach. Beachten Sie, dass die Aktivierung des Ultraschnellstarts das CSM häufig deaktiviert. Wenn Sie also Unterstützung für ältere Systeme benötigen, deaktivieren Sie zuerst den Ultraschnellstart und aktivieren Sie anschließend das CSM.
Hinzufügen oder Entfernen von BIOS-Passwörtern
Das BIOS mit einem Passwort zu schützen, ist ratsam, wenn Sie befürchten, dass andere Ihr System manipulieren. Unter „Sicherheit“ im BIOS können Sie ein Supervisor- oder Benutzerpasswort festlegen. Das Supervisor-Passwort verhindert den Zugriff auf die BIOS-Einstellungen, während das Benutzerpasswort nur eingeschränkte Start- und Konfigurationsrechte bietet. Um Passwörter zu ändern oder zu entfernen, gehen Sie einfach zum Reiter „Sicherheit“ und legen Sie die gewünschten Passwörter fest oder löschen Sie sie.
Aktivieren von TPM und Secure Boot für Windows 11
Für die Installation von Windows 11 benötigen Sie TPM 2.0 und aktivierten sicheren Start. Aktivieren Sie bei Intel-Mainboards die Intel Platform Trust Technology unter Sicherheit > TPM. Bei AMD-Mainboards finden Sie die Option AMD fTPM Switch in der CPU-Konfiguration.
Secure Boot finden Sie unter Sicherheit > Secure Boot. Gegebenenfalls müssen Sie die Microsoft-Schlüssel manuell importieren, falls diese noch nicht vorhanden sind (insbesondere bei benutzerdefinierten oder älteren Installationsmedien).Aktivieren Sie die Option, speichern Sie die Einstellungen und starten Sie den Computer neu. Die Funktion ist optimal, wenn Sie Secure Boot zuvor korrekt eingerichtet haben. Bei manchen BIOS-Versionen müssen Sie die Schlüssel jedoch möglicherweise über einen USB-Stick zurücksetzen oder manuell hinzufügen.
Lüfterdrehzahlen und Kühlung anpassen
Wenn Ihr PC beim Spielen oder bei rechenintensiven Aufgaben wie ein Düsenjet klingt, können die Lüftereinstellungen im BIOS Abhilfe schaffen. Diese finden Sie üblicherweise unter Hardwarekonfiguration > Lüfter. Je nach BIOS-Version stehen Ihnen Voreinstellungen oder benutzerdefinierte Profile zur Verfügung. Bei manchen Mainboards können Sie sogar die Lüfterkurven anhand der CPU- oder Gehäusetemperatur anpassen.
Beachten Sie, dass das Verändern der Lüfterdrehzahl ohne Temperaturüberwachung zu Überhitzung führen kann. Verwenden Sie Software wie HWMonitor oder das Mainboard-Dienstprogramm, um die Temperaturen nach der Anpassung im Blick zu behalten.
Speichermodus und RAID einstellen
Wenn Sie RAID-Arrays einrichten möchten oder einfach nur die optimale Leistung Ihrer SSD und HDD sicherstellen wollen, überprüfen Sie den SATA-Modus in den Speichereinstellungen. Stellen Sie ihn von AHCI auf RAID um, wenn Sie RAID-Arrays verwenden oder bestimmte NVMe-Konfigurationen benötigen. Beachten Sie, dass eine Änderung dieser Einstellung häufig eine Neuinstallation von Windows erfordert. Gehen Sie daher mit Bedacht vor.
Aktivieren Sie für RAID den RAID-Modus und richten Sie das Array anschließend beim Systemstart über das RAID-Dienstprogramm ein. Wenn Sie nur eine einzelne Festplatte verwenden, reicht AHCI aus. Falls Ihre Systemfestplatte nicht erkannt wird, prüfen Sie, ob Secure Boot oder CSM-Einstellungen den Zugriff blockieren.
Integrierte Grafik aktivieren
Wenn Ihre CPU über eine integrierte Grafikkarte (iGPU) verfügt, diese aber nicht funktioniert, überprüfen Sie das BIOS. Normalerweise finden Sie unter „Chipsatzkonfiguration“ oder „Erweitert“ eine Option wie „IGPU Multi-Monitor“ oder „Integrierte Grafik“. Aktivieren Sie diese und stellen Sie im selben Menü sicher, dass als primärer Bildschirm PCIe oder iGPU ausgewählt ist. Beachten Sie, dass bei manchen Konfigurationen die integrierte Grafikkarte automatisch deaktiviert wird, sobald eine dedizierte Grafikkarte eingesetzt wird. In diesem Fall müssen Sie sie möglicherweise manuell wieder aktivieren.
Virtualisierung & Übertaktung
Wenn Sie virtuelle Maschinen verwenden, aktivieren Sie SVM (für AMD) oder VT-x (für Intel) in den CPU-Einstellungen. Optional, aber manchmal hilfreich: Aktivieren Sie IOMMU für die PCI-Geräte-Durchleitung, insbesondere bei komplexen VM-Setups.Übertakten? Gehen Sie zum Tab „Übertaktungsoptimierung“ und passen Sie CPU und Spannungen vorsichtig an. Denken Sie daran: Zu hohes Übertakten kann die Stabilität beeinträchtigen. Präzises Tuning und Tests sind daher unerlässlich.
BIOS zurücksetzen und Firmware aktualisieren
Falls Ihr System nach Änderungen im BIOS Probleme bereitet, ist das Zurücksetzen auf die Standardeinstellungen möglicherweise die einfachste Lösung. Wählen Sie im Menü „Exit“ die Option „UEFI-Standardeinstellungen laden“. Falls keine entsprechende Option zugänglich ist, entfernen Sie die CMOS-Batterie für einige Minuten oder verwenden Sie den Jumper auf dem Mainboard – üblicherweise mit „CLR CMOS“ oder ähnlich gekennzeichnet.
Laden Sie für BIOS-Updates die neueste Version von der ASRock-Supportseite herunter. Verwenden Sie dazu das integrierte BIOS-Update-Tool (z. B.Instant Flash) oder führen Sie das Update direkt über USB durch. Befolgen Sie die Anweisungen sorgfältig, da ein fehlgeschlagenes Update das Mainboard unbrauchbar machen kann.
Zusammenfassung
- Prüfen Sie die CMOS-Batterie, falls die BIOS-Uhr häufig zurückgesetzt wird.
- Legen Sie die Bootreihenfolge für Multiboot- oder USB-Installationen korrekt fest.
- Deaktivieren Sie den Schnellstart, wenn der BIOS-Zugriff schwierig ist.
- Aktivieren Sie CSM für ältere Festplatten oder Geräte
- TPM und sicheren Start für Windows 11 konfigurieren
- Passen Sie die Lüfterkurven an, wenn Geräusche auftreten oder es zu Überhitzung kommt.
- Konfigurieren Sie die Speichermodi für RAID oder SSDs sorgfältig.
- Aktivieren Sie die integrierte Grafikkarte, falls Ihre CPU dies unterstützt und Sie mehrere Bildschirme benötigen.
- Setzen Sie das BIOS zurück, falls Probleme auftreten, und aktualisieren Sie die Firmware, um die neuesten Fehlerbehebungen zu erhalten.
Zusammenfassung
Das Anpassen der BIOS-Einstellungen mag anfangs kompliziert erscheinen, aber sobald einige Optionen richtig konfiguriert sind, läuft das System besser und stabiler. Manchmal reicht es schon, den CSM zu aktivieren, die Uhrzeit zu korrigieren oder die Bootreihenfolge anzupassen. Es erfordert etwas Ausprobieren, ist aber umso befriedigender, wenn alles klappt. Achten Sie auf BIOS-Updates und erstellen Sie vor größeren Änderungen unbedingt Backups Ihrer aktuellen Konfiguration, da manche Einstellungen bei unsachgemäßer Handhabung zu Startproblemen führen können.