So kühlen Sie Ihren PC effektiv
Die Kühlung eines PCs ist nicht immer so einfach wie das Einschalten der Lüfter. Wenn Ihr System schnell überhitzt – sei es beim Spielen, bei anspruchsvollen Aufgaben oder auch nur beim Surfen im Internet – kann die Ursache etwas Simples wie mangelnde Luftzirkulation oder Staubablagerungen sein, oder etwas Komplexeres wie Wärmeleitpaste oder BIOS-Einstellungen. Manchmal helfen Tricks, die bei einem Rechner funktionieren, bei einem anderen nicht, was die Fehlersuche zu einem Ratespiel macht. Es gibt jedoch einige bewährte Methoden, die im Allgemeinen dazu beitragen, die Temperaturen im Griff zu behalten und die Lebensdauer der Hardware zu verlängern.
Wie man Überhitzung behebt und die Kühlung verbessert
Verbessern Sie die Aufstellung und Umgebung Ihres PCs.
Es mag seltsam klingen, aber der Standort Ihres PCs macht einen enormen Unterschied. Steht er auf einem Teppichboden oder in einem geschlossenen Schrank, ist die Luftzirkulation eingeschränkt, wodurch sich warme Luft staut und die Temperatur zusätzlich erhöht. Stellen Sie Ihren PC auf einen Schreibtisch, am besten erhöht, zum Beispiel auf einen Ständer oder ein Regal. Schon wenige Zentimeter Abstand zum Boden helfen. Vermeiden Sie es außerdem, ihn direkt neben ein Fenster oder in die pralle Sonne zu stellen, da dies nur noch mehr Staub und Hitze anzieht – und Windows-PCs und Laptops mögen das gar nicht. Manchmal reichen schon ein einfacher Standortwechsel und ein oder zwei Ventilatoren im Raum (ich meine euch, Zimmerventilatoren!), um die Temperatur deutlich zu senken.
Verbesserung der Luftzirkulation und Belüftung
Dieser Punkt wird oft übersehen. Einfach mehr Lüfter einzubauen, reicht nicht, wenn sie nicht richtig positioniert sind. Lüfter sollten einen leichten Überdruck erzeugen – das heißt, es sollte etwas mehr Luft hinein- als herausströmen –, um Staub fernzuhalten und einen guten Luftstrom zu gewährleisten. Größere Lüfter (z. B.140 mm statt 120 mm) bewegen mehr Luft bei geringerer Lautstärke, daher sind sie in der Regel eine gute Wahl. Achten Sie aber darauf, dass sie in Ihr Gehäuse passen. Blockieren Sie außerdem keine Lüftungsschlitze und lassen Sie keine Kabel hinter dem Gehäuse herumliegen – heiße Luft kann nicht entweichen, wenn alles verheddert ist. Lassen Sie zudem genügend Platz hinter dem Gehäuse; die warme Luft muss ungehindert entweichen können.
Warten Sie Ihren PC regelmäßig
Staub ist hier der Feind. Klingt logisch, aber Staub sammelt sich schneller an als man denkt, besonders in staubigen Gegenden oder mit Haustieren. Nehmen Sie ab und zu die Seitenwand ab, saugen Sie die Staubfilter aus – falls Ihr Gehäuse welche hat – und wischen Sie die Komponenten mit einer weichen Bürste oder Druckluft ab. Schon eine geringe Staubansammlung auf Lüfterblättern oder Radiatoren kann die Kühlleistung beeinträchtigen. Bei manchen Systemen brummen oder quietschen staubige Lüfter, weil ihre Lager verstopft sind, was mit der Zeit zu Überhitzung oder sogar Hardware-Schäden führen kann. Warum es so ist, weiß ich nicht genau, aber die regelmäßige Reinigung Ihres Systems lohnt sich definitiv.
Lüfterdrehzahlen und Systemeinstellungen anpassen
Wenn Ihre CPU oder GPU hohe Temperaturen erreicht, überprüfen Sie die Lüfterdrehzahl. Viele Mainboards unterstützen Lüfterkurven – Sie können ein benutzerdefiniertes Profil im BIOS erstellen oder Programme wie MSI Afterburner oder HWInfo verwenden. Erhöhen Sie die Lüfterdrehzahl bei steigenden Temperaturen, aber achten Sie auf die Lautstärke. Passen Sie außerdem die Windows-Kühlungsrichtlinien an: Gehen Sie zu Systemsteuerung > Energieoptionen, klicken Sie auf Ihren Energiesparplan und dann auf Energiesparplaneinstellungen ändern > Erweiterte Energieeinstellungen ändern. Erweitern Sie die Prozessor-Energieverwaltung, dann die Systemkühlungsrichtlinie und stellen Sie diese auf „Aktiv“. Dadurch arbeiten die Lüfter stärker, bevor das System die Leistung drosselt.
Senken Sie die Temperatur Ihrer Hardware durch BIOS- und Software-Optimierungen.
Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass Ihre CPU selbst beim Surfen im Internet heiß bleibt? Manchmal sind die Standardeinstellungen nicht ausreichend. Hier kommen BIOS-Optimierungen ins Spiel: Passen Sie dort die Lüfterkurven an oder aktivieren Sie Funktionen wie den „Leisemodus“, falls Ihr BIOS dies unterstützt. Denken Sie auch über eine Untertaktung oder Unterspannung von CPU und GPU nach. Das klingt vielleicht riskant, aber durch das Senken der Spannung oder der Taktraten im BIOS oder mithilfe von Software wie ThrottleStop (für Intel-CPUs) lässt sich die Wärmeentwicklung deutlich reduzieren. Es gilt, die richtige Balance zu finden: Temperaturen senken, ohne zu viel Leistung einzubüßen. Und mal ehrlich, das war nicht immer nötig, aber bei manchen älteren Systemen ist es die einfachste Lösung.
Wärmeleitpaste korrekt auftragen und Wärmeleitpads austauschen.
Hier ist ein heimtückischer Übeltäter: alte oder ausgetrocknete Wärmeleitpaste. Wenn die Wärme nicht effizient von CPU/GPU an den Kühlkörper abgeleitet wird, schnellen die Temperaturen in die Höhe. Das Entfernen alter Paste (am besten mit Isopropylalkohol und einem fusselfreien Tuch) und das Auftragen einer erbsengroßen Menge frischer Wärmeleitpaste kann die Temperaturen um einige Grad senken – manchmal sogar mehr. Dasselbe gilt für Wärmeleitpads an VRMs oder Chipsatzkühlern. Mit der Zeit trocknen die Pads aus oder verlieren an Wirksamkeit. Der Austausch gegen ausreichend dicke Pads kann daher einen deutlichen Unterschied machen. Wenn Sie sich unsicher fühlen, wenden Sie keine Gewalt an – denken Sie einfach daran: Guter Kontakt ist entscheidend.
Investieren Sie in bessere Kühllösungen
Wenn nichts davon geholfen hat, ist es vielleicht an der Zeit, Ihr Kühlsystem zu verbessern. Installieren Sie zusätzliche Gehäuselüfter, deren Geräuschpegel für Sie akzeptabel ist. Erwägen Sie, die Standardkühler durch Luftkühler eines anderen Herstellers zu ersetzen oder auf eine All-in-One-Wasserkühlung (AIO) umzusteigen, falls die Temperaturen weiterhin hoch sind. Diese sind in der Regel effizienter und leiser als die Standardhardware. Beachten Sie jedoch, dass ein gutes Gehäuse mit Mesh-Seitenteilen und mehreren Lüfterplätzen ebenso wichtig ist – ein reiner Kühlerwechsel allein bringt nichts, wenn der Luftstrom in Ihrem Gehäuse mangelhaft ist.
Verbessern Sie die Luftzirkulation Ihres Gehäuses
Das ist nicht immer nötig, aber manchmal ist Ihr Gehäuse einfach nicht für eine optimale Kühlung ausgelegt. Größere, gut belüftete Gehäuse mit Mesh-Seitenwänden, gefilterten Lufteinlässen und vielen Montagemöglichkeiten für Lüfter erleichtern die Sache ungemein. Betrachten Sie es als Investition in eine bessere „Lunge“ für Ihren PC. Außerdem bietet ein größeres Gehäuse Platz für größere Kühler oder Wasserkühlungen, was nötig sein kann, wenn die Temperaturen trotz aller anderen Optimierungen hartnäckig hoch bleiben.
Natürlich lässt sich ein kühler PC nicht mit einer einzigen Maßnahme erreichen, sondern erfordert die Kombination verschiedener Methoden – wie das Umpositionieren, Reinigen und Optimieren der Lüfter –, um einen ausgewogenen Luftstrom zu gewährleisten. Denn seien wir ehrlich: Windows macht es einem manchmal unnötig schwer.
Zusammenfassung
- Stellen Sie den PC auf einen Schreibtisch oder Ständer, nicht in eine mit Teppich ausgelegte Ecke oder einen geschlossenen Raum.
- Sorgen Sie für einen ordnungsgemäßen Luftstrom, indem Sie die Zuluft- und Abluftventilatoren aufeinander abstimmen.
- Reinigen Sie Staubfilter und Innenteile regelmäßig.
- Passen Sie die Lüfterkurven und die Systemkühlungsrichtlinien im BIOS und in Windows an.
- Wenn die Temperaturen hartnäckig hoch bleiben, versuchen Sie es mit Undervolting oder Underclocking.
- Ersetzen Sie die Wärmeleitpaste und die Wärmeleitpads, wenn das System alt ist oder die Temperaturen stark ansteigen.
- Investieren Sie gegebenenfalls in bessere Kühlhardware oder ein besseres Gehäuse.
Zusammenfassung
Die Kühlung Ihres PCs hängt oft von einer Kombination aus guter Luftzirkulation, regelmäßiger Wartung und optimierten Systemeinstellungen ab. Manchmal reichen schon ein anderes Gehäuse oder die Reinigung von Staub, um die Temperatur um einige Grad zu senken. Bei hartnäckigeren Problemen sind Undervolting oder eine verbesserte Kühlung möglicherweise die einzige Lösung. Hoffentlich helfen Ihnen ein oder mehrere dieser Tipps, Ihre Temperaturen unkompliziert zu senken. Diese Methode hat sich bei mehreren Rechnern bewährt – vielleicht funktioniert sie ja auch bei Ihnen.