So optimieren Sie die Spieleinstellungen für die Nutzung einer dedizierten Grafikkarte
Die Grafikkarte optimal zu nutzen, ist nicht immer einfach, besonders wenn Ihr System standardmäßig die integrierte Grafik verwendet oder vergisst, bei Bedarf auf die dedizierte GPU umzuschalten. Manchmal ruckelt Ihr Spiel oder Videos wirken blass, weil Ihr PC die leistungsstarke GPU, für die Sie extra bezahlt haben, nicht nutzt. Warum es manchmal funktioniert, ist unklar. Auf einem Rechner schaltet die GPU automatisch um, auf einem anderen müssen Sie dies manuell tun. Windows verhält sich bei diesen Einstellungen etwas eigenwillig. Daher zeigt Ihnen dieser Leitfaden einige praktische Lösungen, wie Sie Ihr System dazu bringen, die dedizierte GPU korrekt zu nutzen. Am Ende sollten Sie eine bessere Leistung und möglicherweise sogar weniger Überhitzung feststellen. Hinweis: Die Vorgehensweise kann je nach Grafikkarte (NVIDIA oder AMD) etwas variieren, das Prinzip bleibt jedoch gleich. Los geht’s!
So zwingen Sie Ihr System zur Verwendung der dedizierten GPU
Methode 1: Für NVIDIA-Benutzer – Windows anweisen, die NVIDIA-GPU zu verwenden
Dies ist in der Regel am einfachsten, wenn Sie eine NVIDIA-Grafikkarte besitzen. Windows stuft Spiele zwar oft automatisch als „leichte“ oder „intensive“ Anwendungen ein, liegt dabei aber manchmal daneben. Durch die manuelle Einstellung wird sichergestellt, dass Ihr Spiel die leistungsstarke GPU nutzt, was die Performance verbessert und Ruckler reduziert. Sie können die korrekte Funktion im Task-Manager unter „GPU-Auslastung“ überprüfen. Bei manchen Systemen wird die Einstellung nicht sofort übernommen, also keine Panik, wenn es nicht gleich klappt.
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Ihren Desktop und wählen Sie „NVIDIA Systemsteuerung“. Falls diese nicht angezeigt wird, suchen Sie im Startmenü danach. Unter Windows 11 müssen Sie möglicherweise zuerst im Kontextmenü auf „ Weitere Optionen anzeigen“ klicken.
- Öffnen Sie die Systemsteuerung und wählen Sie „3D-Einstellungen verwalten“. Diese Option befindet sich normalerweise in der linken Seitenleiste.
- Suchen Sie im Tab „Globale Einstellungen“ das Dropdown-Menü „Bevorzugter Grafikprozessor“. Wählen Sie dort „NVIDIA Hochleistungsprozessor“ aus.
- Wechseln Sie zur Registerkarte „Programmeinstellungen“. Hier können Sie ein bestimmtes Spiel oder eine bestimmte Anwendung auswählen, die auf der GPU ausgeführt werden soll.
- Wählen Sie Ihr Spiel oder Ihre Anwendung aus der Dropdown-Liste aus. Falls es/sie nicht aufgeführt ist, klicken Sie auf „Hinzufügen“ und wählen Sie die ausführbare Datei (.exe) aus.
- Stellen Sie für dieses Programm den bevorzugten Grafikprozessor auf „NVIDIA Hochleistungsprozessor“ ein.
- Klicken Sie auf „Anwenden“ und schließen Sie das Fenster. Das war’s!
Starten Sie nun Ihr Spiel oder Ihre App. Um zu überprüfen, ob die GPU tatsächlich genutzt wird, öffnen Sie den Task-Manager ( Ctrl + Shift + Esc), wechseln Sie zum Tab „Leistung“ und prüfen Sie GPU 0 oder GPU 1. Bei korrekter Einstellung sollte Ihre dedizierte Nvidia-GPU (normalerweise GPU 1) eine hohe Auslastung aufweisen.
Methode 2: Für Benutzer von AMD-Grafikkarten – Stellen Sie Ihr Spiel so ein, dass es die AMD-GPU verwendet.
Gleiches Prinzip, anderes Bedienfeld. Die AMD-Software bietet eigene Möglichkeiten, Anwendungen GPUs zuzuordnen, aber keine Sorge, es ist nicht allzu kompliziert, sobald man die richtigen Menüs gefunden hat. Die neuere Radeon Software (Adrenaline Edition) von AMD macht dies besonders einfach. Beachten Sie jedoch, dass ältere Versionen möglicherweise etwas andere Schritte erfordern.
Alte AMD Radeon-Einstellungen (falls Sie diese noch verwenden):
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Desktop und wählen Sie „AMD Radeon-Einstellungen“. Falls diese Option nicht angezeigt wird, suchen Sie im Startmenü danach.
- Navigieren Sie zum Menü „System“ und klicken Sie dann auf „Umschaltbare Grafiken“.
- Wählen Sie „Ausgeführte Anwendungen“ und klicken Sie anschließend auf „Installierte profilierte Anwendungen“.
- Wähle dein Spiel aus der Liste aus und stelle das Grafikprofil auf „Hohe Leistung“.
Neue Radeon-Software (Adrenaline):
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Desktop und wählen Sie AMD Radeon Software. Falls Windows Sie dazu auffordert, klicken Sie auf „ Weitere Optionen anzeigen“.
- Klicken Sie oben auf „Gaming“.
- Klicken Sie auf das Menüsymbol (drei Punkte) und wählen Sie „Spiel hinzufügen“. Suchen Sie die ausführbare Datei Ihres Spiels und wählen Sie sie aus.
- Nach dem Hinzufügen das Spiel auswählen und das Grafikprofil auf „Gaming“ einstellen.
Starten Sie anschließend Ihr Spiel und prüfen Sie, ob die AMD-GPU verwendet wird – der Task-Manager kann Ihnen wiederum anzeigen, ob die GPU-Auslastung der Radeon-GPU ansteigt.
Option 3: Apps manuell zur Nutzung der GPU zwingen, falls die Software fehlerhaft wird
Das ist zwar eher ein letzter Ausweg, aber falls Ihre Treibersoftware Probleme macht oder Sie nicht in der Systemsteuerung herumfummeln möchten, bietet Windows 10/11 eine integrierte Möglichkeit, bestimmte Anwendungen zur Nutzung der Hochleistungs-GPU zu zwingen. Das kann Ihnen viel Ärger ersparen, insbesondere wenn Treibertools abstürzen oder beschädigt werden.
- Drücken Sie Windows + ‚X‘ und wählen Sie Einstellungen.
- Gehen Sie zu System und klicken Sie dann auf Anzeige.
- Scrollen Sie nach unten und suchen Sie nach „Grafiken“. Klicken Sie darauf.
- Klicken Sie unter „Benutzerdefinierte Optionen für Apps“ auf „Durchsuchen“ und suchen Sie die App, die Sie auf Ihrer dedizierten GPU ausführen möchten.
- Wählen Sie die App aus und klicken Sie dann auf Optionen.
- Wählen Sie in der Liste „Hohe Leistung“ aus. Darunter sollte der Name der GPU angezeigt werden.
- Wiederholen Sie den Vorgang gegebenenfalls für weitere Apps. Starten Sie die Anwendung, und Ihr System priorisiert die von Ihnen gewählte GPU.
Das reicht in der Regel aus, damit Ihre Programme tatsächlich auf Ihre dedizierte GPU zurückgreifen, insbesondere wenn die automatische Umschaltung sich hartnäckig weigert.
Häufig gestellte Fragen
Wird meine Grafikkarte überhitzen, wenn ich sie zu stark belaste?
Ja, das kann passieren, besonders wenn die Kühlung nicht optimal ist oder Staub die Lüfter verstopft. GPUs erzeugen unter Last viel Wärme, daher ist eine gute Kühlung wichtig. Manchmal werden sie heißer als normal, wenn der Luftstrom blockiert oder die Wärmeleitpaste alt ist. Normalerweise hält die Systemkühlung das in Schach, aber bei extrem hohen Temperaturen sind gute Belüftung und gegebenenfalls eine Reinigung ratsam.
Beschleunigt eine bessere Grafikkarte tatsächlich meinen PC?
Kurz gesagt: Ja. Anspruchsvolle Programme, Spiele, Videobearbeitung – all das profitiert von einer dedizierten Grafikkarte, da diese CPU und RAM stark entlastet. Das bedeutet flüssigere Performance, weniger Verzögerungen und weniger Ruckler bei ressourcenintensiven Aufgaben. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass auch andere Komponenten eine Rolle spielen: Wenn die CPU der Flaschenhals ist, bringt eine neue Grafikkarte wenig. Insgesamt macht eine dedizierte Grafikkarte aber einen großen Unterschied, wenn man ruckelfreiere Grafik und weniger Aussetzer wünscht.
Hoffentlich hilft dir das weiter. Windows oder Treiber können manchmal echt nervig sein, aber mit ein paar kleinen Anpassungen lässt sich oft viel erreichen. Viel Erfolg bei der Behebung der GPU-Probleme!