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So senken Sie die CPU-Temperaturen durch sicheres Undervolting.

Februar 15, 2026 5 Minuten Lesezeit Updated: Februar 15, 2026

Haben Sie schon mal mit den CPU-Spannungen experimentiert? Es ist ein zweischneidiges Schwert: Übertakten kann die Leistung steigern, geht aber oft auf Kosten von Wärmeentwicklung und Lebensdauer. Undervolting hingegen ist der überraschend effektive Ansatz nach dem Motto „Weniger ist mehr“.Es hilft, die Temperaturen im Griff zu behalten, ohne zu viel Leistung einzubüßen, insbesondere wenn Sie einfach nur ein kühleres und leiseres System wünschen. Natürlich kann der Prozess etwas knifflig sein, da jede CPU und jedes Mainboard die Spannungsanpassung anders handhabt und die BIOS-Optionen manchmal nicht so intuitiv sind, wie man es sich wünschen würde. Wenn Sie es jedoch satt haben, dass Ihre CPU beim Spielen oder Rendern überhitzt, könnte Undervolting einen Versuch wert sein – seien Sie sich aber bewusst, dass es etwas Ausprobieren, Stresstests und Geduld erfordert.

So beheben Sie Undervolting in Windows und BIOS

Methode 1: Spannungseinstellungen über das BIOS anpassen

Dies ist wahrscheinlich die zuverlässigste Methode, da Sie direkt auf Hardwareebene arbeiten. Der Nachteil? Sie müssen jedes Mal neu starten und im BIOS nachsehen. Außerdem variieren die genauen Schritte je nach Mainboard-Hersteller – ASUS, MSI, Gigabyte usw. Ziel ist es, die CPU-Spannung zu senken, ohne das System zu destabilisieren. Gehen Sie dabei systematisch vor, beginnen Sie mit kleinen Spannungssenkungen und testen Sie die Stabilität zwischendurch.

So gehen Sie üblicherweise vor: Führen Sie zunächst einen Stresstest Ihrer CPU mit Tools wie Cinebench oder UserBenchmark durch, um einen Ausgangswert zu ermitteln. Verwenden Sie Hardware-Monitore wie HWMonitor oder HWiNFO64, um Temperaturen und Spannungen während der Tests im Auge zu behalten. Starten Sie anschließend den Computer neu und rufen Sie das BIOS auf. Dieses kann beispielsweise als „ Erweiterter Modus“ bezeichnet sein – konsultieren Sie im Zweifelsfall das Handbuch Ihres Mainboards.

  • Navigieren Sie zu den Spannungseinstellungen des Motherboards (oft unter AI Tweaker, OC oder Erweiterte Spannungseinstellungen ).Hier finden Sie Optionen wie CPU-Kernspannung oder VDDCR.
  • Stellen Sie den Spannungsmodus auf Offset-Modus um. Dies ist wichtig, da Sie so die Spannung dynamisch in Abhängigkeit von der Last reduzieren können, anstatt eine feste Spannung einzustellen.
  • Stellen Sie sicher, dass der Offset auf einen negativen Wert eingestellt ist – dadurch wird die Spannung reduziert. Beginnen Sie mit kleinen Schritten, z. B.-0, 015 V oder -15 mV.
  • Speichern und neu starten, dann den Stresstest erneut durchführen. Falls das System abstürzt, die Spannung leicht erhöhen – beispielsweise um 0, 005 V –, da Windows den Test natürlich erschweren muss.
  • Wiederholen Sie den Vorgang und verringern Sie die Spannung, bis Instabilität auftritt. Sollte das System abstürzen oder eine Fehlermeldung ausgeben, stellen Sie die letzte stabile Einstellung wieder her.

Es ist ein bisschen Ausprobieren, aber mit etwas Geduld findet man die untere Spannungsgrenze, die die CPU ohne Abstürze verträgt. Ich habe Temperaturabfälle von 10 °C oder mehr beobachtet, und in manchen Fällen gibt es dank weniger thermischer Drosselung sogar einen kleinen Leistungsschub. Meine Erfahrung? Auf meinem ASUS PRIME B450-PLUS hielt das Undervolting des Ryzen 5 5600G auf etwa -0, 275 V die Temperatur beim Spielen bei rund 75 °C, anstatt über 95 °C zu steigen – der Aufwand hat sich definitiv gelohnt.

Methode 2: Verwenden Sie CPU-Dienstprogramme wie AMD Ryzen Master oder Intel XTU

Wenn Ihnen die BIOS-Anpassung zu kompliziert erscheint oder Ihre Optionen begrenzt sind, stellen Software-Tools eine gute Alternative dar. Sie sind einfacher zugänglich und ermöglichen Anpassungen ohne Neustart – ideal, wenn Ihr BIOS keine präzise Spannungsregelung unterstützt oder Optionen ausgegraut sind. Darüber hinaus eignen sich diese Tools hervorragend für schnelle Tests, insbesondere wenn Sie die Einstellungen an einem Laptop oder einem System mit gesperrten BIOS-Optionen optimieren möchten.

Intel Extreme Tuning Utility (XTU)

Laden Sie die Software von der offiziellen Intel-Website herunter. Installieren Sie sie und starten Sie sie. Sie sehen nun Optionen für den Core Voltage Offset. Klicken Sie auf den Pfeil nach links, um diesen Wert zu verringern, beispielsweise mit -0, 01 oder -0, 02, und klicken Sie anschließend auf „Anwenden“.

Mit diesem Tool lassen sich außerdem Stresstests durchführen und Temperaturen sowie Taktraten in Echtzeit überwachen – was äußerst praktisch ist. Auf manchen Systemen funktioniert es nicht perfekt: Unter Umständen muss es als Administrator ausgeführt oder die Windows-Energieoptionen angepasst werden. Ein Versuch lohnt sich aber.

AMD Ryzen Master

AMD-Nutzer sollten Ryzen Master von der AMD-Website herunterladen. Es ist zwar einfach zu bedienen, aber etwas gewöhnungsbedürftig. Wechseln Sie in den manuellen Modus und reduzieren Sie dann die CPU-Spannung schrittweise. Klicken Sie auf „Anwenden“ und führen Sie einen Stresstest mit einem Programm wie Cinebench oder HWMonitor durch, um zu prüfen, ob die Temperaturen im grünen Bereich bleiben und die Stabilität gewährleistet ist.

Manche Nutzer berichten von Konflikten mit den BIOS-Einstellungen, was lästig sein kann. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie auf BIOS-basierte Anpassungen zurückgreifen müssen. Dennoch ist es hier schneller, verschiedene Spannungen zu testen, insbesondere für schnelle Feinabstimmungen.

Weitere nützliche Tools & Tipps

Prüfen Sie darüber hinaus, ob Ihr Mainboard spezielle Übertaktungs-/Unterspannungstools bietet – beispielsweise ASUS AI Suite oder ASRock A-Tuning. Ich habe einige davon getestet, aber Vorsicht: Sie können unzuverlässig sein und manchmal zu Systemabstürzen führen. In diesem Fall ist es sicherer, das BIOS oder ein spezielles Tool wie ThrottleStop für Intel-Prozessoren zu verwenden. ThrottleStop ist allerdings hauptsächlich für Intel-Prozessoren gedacht – es ist zwar beliebt und leistungsstark, funktioniert aber nur mit bestimmten Prozessoren und Mainboard-Kombinationen.

Sollte Ihr System weiterhin instabil sein oder die Temperaturen hartnäckig hoch bleiben, ziehen Sie Hardware-Optimierungen in Betracht: bessere Kühlung, erneutes Auftragen von Wärmeleitpaste oder Reduzierung der Systemlast. Für ambitionierte Nutzer kann auch die Anpassung der Spannungseinstellungen anderer Komponenten wie VCCIO, System Agent und Arbeitsspeicher hilfreich sein – dies ist jedoch ein Thema für später. Wichtig ist: Geduld, Stresstests und schrittweise Änderungen sind entscheidend.

Und denken Sie immer daran: Undervolting funktioniert nicht garantiert auf jedem Chip einwandfrei; manche CPUs sind da einfach empfindlicher. Mit ein paar gezielten Anpassungen können Sie aber die Lebensdauer Ihrer Hardware verlängern und die Wärmeentwicklung reduzieren, ohne spürbare Leistungseinbußen hinnehmen zu müssen.

Zusammenfassung

  • Beginnen Sie mit Stresstest-Tools wie Cinebench und HWMonitor.
  • Greifen Sie auf das BIOS oder UEFI zu, um die Spannungsabweichungen anzupassen, und speichern Sie die Einstellungen regelmäßig.
  • Gehen Sie langsam mit kleinen Spannungsschritten vor und prüfen Sie jedes Mal die Stabilität.
  • Verwenden Sie Software-Dienstprogramme wie Intel XTU oder AMD Ryzen Master, wenn die BIOS-Optionen begrenzt sind.
  • Vergessen Sie nicht, bei jeder Änderung die Temperaturen und die Systemstabilität zu überwachen.

Zusammenfassung

Durch vorsichtiges Undervolting der CPU sinken die Temperaturen wahrscheinlich und das System läuft leiser. Es ist zwar keine Garantie für eine Lösung, aber eine überraschend einfache Methode, die Lebensdauer der Hardware zu verlängern. Seien Sie auf einige Versuche gefasst – Geduld ist gefragt. Hoffentlich hilft dieser Tipp jemandem, die Hitzeprobleme zu reduzieren.