So überwachen Sie den Netzwerkverkehr effektiv: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung
Sobald Ihr Gerät online ist und verschiedene Websites besucht, Videos streamt oder einfach nur Apps im Hintergrund laufen lässt, übersieht man leicht, wie viel Datenvolumen es tatsächlich verbraucht. Manchmal erscheint eine langsame Internetverbindung rätselhaft, oder ein Gerät beansprucht die gesamte Bandbreite und verursacht dadurch Probleme für alle anderen Geräte. Die Überwachung des Netzwerkverkehrs ist nicht nur etwas für Technikbegeisterte oder Netzwerkadministratoren; sie kann tatsächlich helfen, ungewöhnliche Probleme zu beheben, herauszufinden, ob Apps Ihre Bandbreite übermäßig belasten, oder einfach einen besseren Überblick über die Vorgänge im Hintergrund zu erhalten.
Auch wenn es kompliziert klingt, ist die Überprüfung der Netzwerknutzung ganz einfach – und die Durchführung über Ihren Router oder PC kann viele Erkenntnisse liefern. Egal, ob Sie herausfinden möchten, welches Gerät an die Grenzen stößt oder einfach nur wissen wollen, welche Apps im Hintergrund Daten verbrauchen: Ein klarer Überblick über den Netzwerkverkehr kann Ihnen viel Zeit und Ärger ersparen.
So überwachen Sie den Netzwerkverkehr in den Router-Einstellungen
Diese Methode ist ideal, da Ihr Router quasi die zentrale Verkehrsüberwachung Ihres gesamten Netzwerks übernimmt. Wenn die Firmware Ihres Routers die Überwachung des Datenverkehrs unterstützt, können Sie überprüfen, welche Geräte die meiste Bandbreite verbrauchen und so möglicherweise Engpässe oder verdächtige Geräte aufspüren. Natürlich bieten nicht alle Internetanbieter diese Möglichkeit direkt an, aber ein Versuch ist es wert.
Ermitteln Sie die IP-Adresse Ihres Routers
- Öffnen Sie die Eingabeaufforderung: Unter Windows drücken Sie Strg Win + R+Alt+F
cmd, geben Sie „command“ ein und drücken Sie die Eingabetaste. Unter macOS öffnen Sie das Terminal. - Geben Sie
ipconfig(Windows) oderifconfig/ip route(macOS/Linux) ein, um Ihr Standardgateway zu finden. Das ist die IP-Adresse Ihres Routers, normalerweise so etwas wie 192.168.1.1. - Wenn Sie Ihr Standardgateway bereits kennen, fahren Sie mit dem nächsten Abschnitt fort.
Melden Sie sich bei Ihrem Router an
- Öffnen Sie einen beliebigen Webbrowser und geben Sie die IP-Adresse Ihres Routers in die Adresszeile ein – typischerweise http://192.168.1.1 oder ähnlich.
- Drücken Sie die Eingabetaste und geben Sie anschließend Ihren Administrator-Benutzernamen und Ihr Passwort ein. Falls Sie die Standard-Zugangsdaten nie geändert haben, sehen Sie im Handbuch Ihres Routers nach oder versuchen Sie es mit admin/admin oder admin/password. Wenn Ihr Internetanbieter Ihnen benutzerdefinierte Zugangsdaten bereitgestellt hat, verwenden Sie diese. Hinweis: Manchmal befinden sich die Zugangsdaten auf einem Aufkleber am Gerät. Sie können das Passwort bei Bedarf auch zurücksetzen.
Geräteliste und Netzwerknutzung prüfen
- Navigieren Sie zum Abschnitt „Status“ oder „Geräteliste“. Die Benutzeroberfläche jedes Routers ist unterschiedlich, aber suchen Sie nach Bezeichnungen wie „Angeschlossene Geräte“ oder „Verbundene Clients“.
- Manche Router haben Registerkarten mit der Bezeichnung „Bandbreiten-“ oder „Verkehrsüberwachung“. Wenn Sie Optionen für Verkehrsdiagramme oder die Datennutzung pro Gerät sehen, sind Sie hier richtig.
- Möglicherweise sehen Sie MAC-Adressen, IP-Adressen oder Gerätenamen. Prüfen Sie, welche Geräte die meiste Bandbreite verbrauchen. Manchmal stoßen Sie dabei auf Überraschungen, beispielsweise auf ein Smart-Gerät oder eine Hintergrund-App, die die gesamte Verbindung belegt.(Das kann bei manchen Konfigurationen lästig sein, da Router bekanntermaßen oft kompliziert zu bedienen sind.)
Bei manchen Routern lassen sich Echtzeitdiagramme oder -protokolle aktivieren, was bei der Behebung wiederkehrender Probleme hilfreich sein kann. Falls keine Verkehrsinformationen angezeigt werden, prüfen Sie, ob Ihre Firmware die Verkehrsüberwachung unterstützt, oder ziehen Sie eine alternative Firmware wie OpenWrt oder DD-WRT in Betracht – das ist allerdings ein komplexeres Thema.
So überwachen Sie den Netzwerkverkehr Ihres PCs
Wenn Sie nur Details zu Ihrem eigenen Rechner benötigen, bieten sowohl Windows als auch macOS integrierte Tools, mit denen Sie sehen können, welche Programme viele Daten verbrauchen. Die Informationen sind zwar nicht so detailliert wie beim Router, aber dafür schnell und einfach.
Netzwerkverkehr über den Ressourcenmonitor unter Windows überwachen
- Drücken Sie Strg + Umschalt + Esc, um den Task-Manager zu öffnen.
- Wechseln Sie zur Registerkarte „Leistung“. Klicken Sie dort unten auf „Ressourcenmonitor öffnen“.
- Sobald das Fenster geöffnet ist, gehen Sie zum Bereich „Netzwerk“. Dort sehen Sie eine Liste der Prozesse und deren Netzwerkaktivität. Angezeigt wird, wie viele Daten jede App sendet oder empfängt, sowie detaillierte Informationen wie IP-Adressen.
- Diese Konfiguration hilft dabei, Bandbreitenfresser in Echtzeit zu erkennen, was bei Verzögerungen oder langsamen Ladezeiten äußerst hilfreich ist. Manchmal gerät ein Hintergrundprozess oder eine Synchronisierungs-App außer Kontrolle, und der Ressourcenmonitor macht dies deutlich sichtbar.
Ich bin mir nicht sicher, warum es funktioniert, aber auf manchen Systemen reagiert der Ressourcenmonitor anfangs etwas träge oder zeigt nicht sofort alles an. Probieren Sie es einfach weiter aus, irgendwann werden die benötigten Informationen angezeigt.
Überwachen Sie die Netzwerknutzung unter macOS mit der Aktivitätsanzeige.
- Öffnen Sie den Finder und gehen Sie dann zu Programme > Dienstprogramme > Aktivitätsmonitor.
- Wählen Sie den Tab „Netzwerk“. Hier sehen Sie alle Apps und die insgesamt gesendeten und empfangenen Daten sowie Informationen zu den Datenpaketen.
- Das ist praktisch, wenn Sie schnell sehen möchten, welche Anwendungen aktiv Daten übertragen, insbesondere wenn Ihre WLAN-Verbindung unerwartet langsamer wird. Ein kleiner Hinweis: Die Informationen sind weniger detailliert als im Windows-Ressourcenmonitor, aber dennoch nützlich.
Überwachung unter Linux über das Terminal
- Öffnen Sie Ihr Terminal – klicken Sie mit der rechten Maustaste und wählen Sie „ Im Terminal öffnen“ oder wechseln Sie direkt zur Shell.
- Geben Sie einfach
sudo apt-get install iftop„Netzwerküberwachungstool installieren“ ein – es geht schnell und unkompliziert. - Nach der Installation führen Sie das Programm aus
sudo iftop -n. Sie erhalten dann eine Echtzeitübersicht Ihres Netzwerkverkehrs, sortiert nach Verbindungen und Bandbreitennutzung. - Diese Methode erfordert mehr manuelle Bedienung, ist aber leistungsstark, wenn man mit der Kommandozeile vertraut ist. Es gibt auch Alternativen wie bmon oder tcptrack.
Drittanbieter-Tools zur Überwachung des Datenverkehrs
Falls die integrierten Tools nicht ausreichen oder Sie eine ansprechendere Benutzeroberfläche bevorzugen, gibt es einige solide kostenlose Alternativen wie Wireshark, SolarWinds NetFlow Traffic Analyzer oder DataDog. Sie bieten tiefergehende Einblicke, Grafiken und Protokolle, sind aber für die gelegentliche Überwachung mitunter überdimensioniert. Außerdem ist ihre Einarbeitung oft etwas aufwendiger.
Kurz gesagt: Für schnelle Überprüfungen reichen die systemeigenen Tools aus. Bei der Behebung hartnäckiger Probleme oder der Verwaltung großer Netzwerke kann jedoch spezialisierte Drittanbietersoftware die Arbeit erleichtern. Bedenken Sie aber, dass die integrierten Optionen oft ausreichen, es sei denn, Sie benötigen detaillierte Analysen.
Hoffentlich helfen diese Tipps euch, euer Netzwerk besser zu verstehen und unerklärliche Verzögerungen oder Bandbreitenspitzen zu reduzieren. Der Schlüssel liegt darin, zu wissen, was im Hintergrund passiert, ohne dafür jedes Mal Anzug und Krawatte tragen zu müssen.