Wie man ein PC-Gehäuse sicher öffnet
Das Öffnen des PC-Gehäuses ist manchmal gar nicht so einfach. Manche Gehäuse sind kinderleicht zu öffnen, andere hingegen fühlen sich an, als würde man eine Bombe entschärfen. Außerdem ist das Öffnen des Gehäuses oft der erste Schritt bei der Fehlersuche an der Hardware, beim Aufrüsten von Komponenten oder einfach nur beim Entfernen von Staubflusen. Doch gerade beim ersten Mal oder wenn man sich fragt, wie man die Sicherheitsglasscheibe unbeschädigt abnimmt, kann es verwirrend sein. Die gute Nachricht: Mit etwas Geduld und der richtigen Vorgehensweise wird es deutlich einfacher. Beachten Sie, dass manche Gehäuse werkzeuglos zu öffnen sind, andere einen Schraubendreher erfordern und manche über ausgeklügelte Mechanismen verfügen, die an NASA-Technik erinnern. Zu wissen, welchen Typ Sie haben, ist entscheidend, um versehentliche Beschädigungen und unnötiges Herausreißen von Kabeln zu vermeiden. Planen Sie ein paar Minuten ein, um sicherzustellen, dass Sie das richtige Werkzeug, klare Arbeitsschritte und einen spannungsfreien Bereich haben, um Ihre Hardware nicht zu beschädigen.
Wie man sein PC-Gehäuse öffnet, ohne etwas kaputt zu machen
Methode 1: Die klassische Schraubendrehermethode
Die meisten älteren oder günstigeren Gehäuse verwenden immer noch Schrauben, oft an der Rückseite der Seitenwände. Diese Methode ist praktisch, weil sie recht einfach ist: Schrauben lösen, abziehen, abheben, fertig. Warum ist sie so effektiv? Weil sie zuverlässig ist und bei vielen verschiedenen Gehäusen funktioniert. Wann sollte man diese Methode anwenden? Wenn Ihr Gehäuse sichtbare Schrauben an den Ecken hat, üblicherweise Kreuzschlitzschrauben, mit denen die Seitenwände befestigt sind. Sie finden in der Regel vier Schrauben – zwei auf jeder Seite, oft im hinteren Bereich. Sobald diese entfernt sind, schieben Sie die Seitenwand vorsichtig nach hinten, und sie sollte sich lösen. Gehen Sie dabei behutsam vor, insbesondere wenn Ihr Gehäuse gehärtetes Glas hat. Diese Methode eignet sich vor allem dann, wenn Ihr Gehäuse eindeutig Schrauben an der Rückseite hat und kein aufwendiges Verriegelungssystem besitzt.
- Denken Sie daran, sich zu erden; statische Entladungen sind nicht zu unterschätzen. Verwenden Sie ein antistatisches Armband oder berühren Sie zumindest vor Beginn einen geerdeten Metallgegenstand.
- Wenn Sie keine Schrauben sehen oder diese verdeckt sind, greifen Sie auf die werkzeuglosen Optionen zurück.
Methode 2: Die werkzeuglose Methode mit Rändelschrauben
Das ist wirklich revolutionär. Immer mehr Gehäuse haben Rändelschrauben oder Schnappverschlüsse, mit denen man sie einfach per Hand öffnen kann. Es geht schneller, man braucht keinen Schraubenzieher und es ist besonders praktisch, wenn man viel bastelt. Warum der Aufwand? Weil bei neueren Gehäusen wie denen von NZXT oder Corsair mit eleganten Glasseitenwänden meist nur eine Drehung oder ein Druck genügt. Bei manchen Modellen dreht man die Rändelschrauben gegen den Uhrzeigersinn, und die Seitenwand springt heraus. Bei anderen gibt es einen kleinen Knopf oder eine Verriegelung, die die Seitenwand sofort löst. Bei Modellen mit Seitenwänden aus gehärtetem Glas ist etwas Geduld gefragt – eine plötzliche Bewegung kann das Glas beschädigen, und das will man ja nicht. Diese Methode eignet sich, wenn Ihr Gehäuse als „werkzeuglos“ beworben wird oder sichtbare Rändelschrauben oder Schnellverschlüsse hat.
- Profi-Tipp: Stellen Sie sicher, dass alle Schrauben vollständig gelöst sind, bevor Sie versuchen, die Abdeckung anzuheben. Manchmal sitzen sie fest, wenn sie nicht vollständig gedreht sind.
- Bei manchen Gehäusen lässt sich die Seitenwand durch Drücken eines kleinen Knopfes oder einer Verriegelung auf der Rückseite entriegeln. Informieren Sie sich über die Funktionen Ihres Gehäuses, da die Mechanismen je nach Hersteller variieren.
Option 3: Entfernen der Front- und Oberseite (zum Einbau von Lüftern oder Radiatoren)
Sobald die Seitenwände entfernt sind, stellen Sie möglicherweise fest, dass Sie für den Einbau eines neuen Lüfters oder Radiators Zugang von vorne oder oben benötigen. Diese Seitenwände werden üblicherweise von Druckclips oder Laschen gehalten. Warum? Weil dies den Zusammenbau und die Aufrüstung vereinfacht – keine Schrauben, kein Aufwand – und die Seitenwände lassen sich einfach herausnehmen. Wann ist dies nötig? Wenn Sie die Kühlung aufrüsten oder das System komplett zerlegen.Üben Sie leichten Druck an den Kanten aus, um die Seitenwände zu lösen, insbesondere an den Ecken. Gehen Sie dabei vorsichtig vor, da Sie sonst die Clips beschädigen oder die Seitenwände selbst beschädigen könnten. Einige größere oder Premium-Gehäuse verfügen sogar über spezielle Zugangssysteme, wie Schwingtüren oder magnetische Seitenwände, die sich noch einfacher entfernen lassen.
- Achten Sie auf kleine Laschen oder Clips an den Kanten. Verwenden Sie gegebenenfalls Kunststoffhebelwerkzeuge, insbesondere bei festsitzenden Paneelen.
- Gehen Sie behutsam vor und vermeiden Sie Gewalt. Falls sich etwas nicht bewegen lässt, überprüfen Sie, ob noch Klammern eingerastet sind oder ob Schrauben verdeckt sind.
Letzter Schritt: Alles wieder zusammensetzen
Vergessen Sie nicht: Der Vorgang lässt sich in der Regel genauso einfach rückgängig machen – vorausgesetzt, Sie haben die Schrauben und Clips nicht vergessen. Richten Sie die Seitenwand an den Löchern aus, schieben Sie sie ein Stück nach vorn und befestigen Sie sie mit den Schrauben oder verriegeln Sie den Verschluss. Achten Sie darauf, dass keine Kabel eingeklemmt oder im Inneren verklemmt sind.Überprüfen Sie vor dem Einschalten noch einmal das Kabelmanagement und stellen Sie sicher, dass alles ordentlich aussieht. Sobald alle Seitenwände wieder angebracht sind, schließen Sie das Gerät an und schalten Sie es ein.
- In manchen Fällen rasten die Paneele mit einem beruhigenden Schnappen ein – darauf können Sie sich verlassen, aber ziehen Sie anschließend noch einmal leicht daran, um sicherzustellen, dass sie fest sitzen.
- Achten Sie darauf, dass alle Kabel, insbesondere die RGB- und Frontpanel-Anschlüsse, ordnungsgemäß verlegt sind, um ein Einklemmen oder Durchhängen zu vermeiden.
Vorsicht: Manche Seitenteile aus gehärtetem Glas sind zerbrechlich. Gehen Sie daher behutsam vor und vermeiden Sie Gewalt. Behandeln Sie die Komponenten stets vorsichtig, insbesondere wenn Sie an einem beengten oder schwer zugänglichen Ort arbeiten. Der Vorgang kann je nach Gehäusemodell leicht variieren – manche Gehäuse verfügen beispielsweise über Schnellverschlüsse, andere über kleine Schrauben an der Unter- oder Seite. Ein kurzer Blick ins Handbuch oder eine kurze Online-Suche mit Ihrem Gehäusemodell schadet daher nicht – sicher ist sicher.