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Wie man eine Anwendung unter Linux zwangsweise beendet

Februar 14, 2026 6 Minuten Lesezeit Updated: Februar 14, 2026

Manchmal lässt sich eine App einfach nicht normal schließen, und weder das Klicken auf das „X“ noch der übliche Schließen-Button helfen. Es ist frustrierend, wenn eine App hängt oder komplett einfriert, besonders wenn sie den Arbeitsablauf stört. Unter Linux gibt es jedoch einige Möglichkeiten, solche hartnäckigen Apps zwangsweise zu beenden – egal ob Sie grafische Benutzeroberflächen oder die Kommandozeile bevorzugen. Ziel ist es, den Prozess schnell zu beenden, ohne das gesamte System neu starten zu müssen, um sich so viel Ärger zu ersparen. Und glauben Sie mir, die Art und Weise, wie manche Linux-Distributionen das handhaben, kann wirklich praktisch sein – wenn man weiß, wo man suchen oder welche Befehle man verwenden muss.

In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen verschiedene Möglichkeiten, hartnäckige Anwendungen zu beenden – Schritt für Schritt. Von einfachen GUI-Methoden bis hin zu fortgeschrittenen CLI-Befehlen: Wir geben Ihnen die Kontrolle über nicht reagierende Anwendungen. Am Ende sollten Sie in der Lage sein, Anwendungen unter Linux auf verschiedene Arten zwangsweise zu beenden, je nachdem, was am einfachsten ist oder welche Situation es erfordert. Denn Linux macht es einem manchmal schwerer als Windows – es ist nicht immer einfach, aber es funktioniert.

Wie kann man eine nicht reagierende Anwendung unter Linux zwangsweise beenden?

Unter Linux gibt es zahlreiche Tools und Methoden, um hängende Anwendungen zu beenden. Ob Sie eine grafische Oberfläche wie den GNOME-Systemmonitor verwenden oder im Terminal Befehle wie `xkill` oder `kill` einsetzen – diese Optionen helfen Ihnen, die Kontrolle über Ihr System zurückzuerlangen. Beachten Sie, dass einige Tools möglicherweise zuerst installiert werden müssen, insbesondere bei minimalen Systemkonfigurationen oder weniger verbreiteten Distributionen. Ziel ist es, den Prozess schnell zu identifizieren und ihn ohne Probleme zu beenden – kurzum, Ihr System schnellstmöglich wieder funktionsfähig zu machen.

Beenden einer App über den grafischen Systemmonitor erzwingen

Dies ist wahrscheinlich der einfachste Weg, insbesondere wenn Sie sich mit der Kommandozeile nicht auskennen. Viele Linux-Distributionen wie Ubuntu, Linux Mint oder Fedora verfügen über einen Systemprozessmanager, der dem Windows Task-Manager ähnelt. Er kann Gold wert sein, wenn Anwendungen einfrieren oder nicht mehr reagieren.

Warum es hilft: Es zeigt alle laufenden Prozesse in einer benutzerfreundlichen Oberfläche an, sodass Sie den fehlerhaften Prozess identifizieren und beenden können. Das ist ideal, wenn Sie visuelle Darstellungen bevorzugen oder die Kommandozeile als einschüchternd empfinden.

Wann dies zutrifft: Wenn sich eine App nicht normal schließen lässt (ein Klick auf „Schließen“ bewirkt nichts) oder wenn Sie eine ungewöhnlich hohe CPU- oder Speicherauslastung feststellen.

Was Sie erwarten können: Sobald Sie einen Prozess beenden, sollte sich die App sofort schließen. Gelegentlich müssen Sie die Seite aktualisieren oder den Prozess erneut suchen, falls dies nicht der Fall ist.

Hinweis: Gegebenenfalls müssen Sie es installieren, falls es noch nicht vorhanden ist. Unter GNOME verwenden Sie dazu sudo apt-get install gnome-system-monitorden Befehl im Terminal.

  • Öffnen Sie Programme > suchen Sie nach Systemmonitor > starten Sie ihn.
  • Suchen Sie in der Liste die App, die Sie zwangsweise beenden möchten.
  • Klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie dann Beenden oder Prozess beenden. Bei manchen Distributionen können Sie den Prozess auswählen und auf die Schaltfläche Prozess beenden klicken.

Richten Sie eine benutzerdefinierte Tastenkombination zum Beenden von Apps ein.

Dieser Trick kann die Arbeit beschleunigen, wenn Sie häufig Anwendungen beenden müssen oder Tastenkombinationen gegenüber Mausklicks bevorzugen. Die Einrichtung einer Tastenkombination für das Beenden von Anwendungen xkill(wodurch sich Ihr Mauszeiger in ein „X“-Symbol verwandelt, mit dem Sie Anwendungen durch Anklicken beenden können) ist äußerst praktisch. Auf manchen Systemen ist diese Funktion nicht standardmäßig aktiviert, aber nach der Konfiguration ist sie sehr intuitiv.

Warum es hilft: Es spart Zeit und erspart das Navigieren durch Menüs. Und wenn eine App einfriert, können Sie einfach die Tastenkombination drücken und weiterklicken.

Anwendungsfall: Wenn Anwendungen hängen bleiben, Sie aber eine schnelle Lösung benötigen, ohne sich mit Prozess-IDs oder Terminalbefehlen auseinandersetzen zu müssen.

Was Sie erwartet: Wenn Sie Ihre benutzerdefinierte Tastenkombination drücken, verwandelt sich Ihr Mauszeiger in ein „X“.Bewegen Sie den Mauszeiger über die nicht reagierende Anwendung und klicken Sie – sie sollte sich sofort schließen.

So geht’s:

  1. Gehen Sie zu Einstellungen > Tastatur
  2. Klicken Sie auf Verknüpfungen anzeigen und anpassen
  3. Navigieren Sie zu Benutzerdefinierte Verknüpfungen und klicken Sie auf Hinzufügen.
  4. Benennen Sie es beispielsweise „Sofort beenden“ und legen Sie den Befehl aufxkill
  5. Verknüpfen Sie es mit einer Tastenkombination, z. B.Shift + Ctrl + Esc.
  6. Nach dem Anwenden genügt ein einfacher Druck auf die Verknüpfung, ein Klick auf die gewünschte App und das Problem ist behoben.

Mehr Kontrolle durch Terminalbefehle

Hier entfaltet sich die wahre Magie von Linux. Wenn Sie sich mit dem Terminal auskennen, sind Befehle wie `cd` xkill, killall`cd` und htop`cd` Ihre besten Freunde. Manchmal reichen grafische Oberflächen nicht aus, Sie müssen einen Prozess über eine entfernte SSH-Sitzung beenden oder bevorzugen einfach die direkte Kontrolle – ganz egal. Hier ist jedenfalls eine kurze Übersicht Ihrer wichtigsten Befehle.

Zuerst die Prozess-ID finden

Bevor Sie einen Prozess beenden, müssen Sie dessen Prozess-ID ( PID ) kennen. Verwenden Sie diese, pidofwenn Sie den Namen der Anwendung kennen:

pidof application_name

Wenn Sie den genauen Namen nicht kennen oder das pidofnicht weiterhilft, versuchen Sie Folgendes:

ps aux | grep -i application_name

Auf diese Weise können Sie den Prozess und seine ID erkennen.

Anwendung anhand der Prozess-ID mit `kill` beenden

Sobald Sie die Prozess-ID (PID) haben, führen Sie einfach Folgendes aus:

sudo kill -9 process_id

Dadurch wird ein SIGKILL-Signal gesendet, wodurch der Prozess beendet wird. Falls mehrere Prozess-IDs (PIDs) vorhanden sind, listen Sie diese einfach alle auf:

sudo kill -9 pid1 pid2 pid3

Ganz einfach, aber manchmal möchte man Prozesse direkt über ihren Namen beenden:

Beenden Sie den Prozessnamen mit `killall`

killall process_name

Dadurch werden alle Prozesse mit diesem Namen beendet. Praktisch, wenn Sie die genaue Anwendung kennen, z. B.firefoxoder vlc.

Prozesse mit `htop` verwalten

Das leistungsstarke Tool htopbietet eine benutzerfreundlichere Oberfläche zum Überwachen und Beenden von Prozessen. Zur Verwendung installieren Sie zunächst Folgendes:

sudo apt-get install htop

Führen Sie es durch einfaches Eingeben folgender Befehl aus:

htop

Navigieren Sie mit den Pfeiltasten, suchen Sie die nicht reagierende App, wählen Sie sie aus und drücken Sie dann F9, um sie zu beenden. Wählen Sie SIGKILL (normalerweise die Taste 9) und drücken Sie die Eingabetaste. Ganz einfach, sobald man sich daran gewöhnt hat.

Bedenken Sie jedoch: Das Beenden von Prozessen kann unter Umständen zu Datenverlust führen, insbesondere wenn Dokumente nicht gespeichert wurden oder der Prozess kritisch ist. Gehen Sie daher mit diesen Tools mit Vorsicht vor. Insgesamt sind sie aber deutlich schneller als ein Neustart bei jeder Fehlfunktion einer Anwendung.

Zusammenfassung

  • Für Anfänger ist die Verwendung von GUI-Tools wie System Monitor oft am einfachsten.
  • Das Einrichten benutzerdefinierter Tastenkombinationen xkillbeschleunigt den Vorgang.
  • Befehle wie diese killallgeben htopbei Bedarf mehr Kontrolle.

Zusammenfassung

Anwendungen unter Linux zwangsweise zu beenden ist einfacher als es zunächst scheint. Ob über eine grafische Oberfläche oder einen kurzen Terminalbefehl – ​​hartnäckige Programme lassen sich meist schnell genug schließen, um wieder arbeiten zu können. Nicht jede Situation ist gleich, aber je nach Vorliebe oder den Möglichkeiten Ihrer Distribution stehen Ihnen nun verschiedene Optionen zur Verfügung. Manchmal geht es einfach darum, die beste Lösung zu finden und sie parat zu haben.

Hoffentlich spart das jemandem etwas Zeit oder Ärger – denn seien wir ehrlich, Linux kann schon frustrierend genug sein, ohne dass sich Anwendungen einfach nicht beenden lassen!