Wie man einen AIO-Kühler effektiv und sicher reinigt
AIO-Wasserkühlungen können schnell zum Problem werden, wenn sie überhitzen oder nach einiger Zeit leiser werden. Regelmäßige Reinigung ist zwar nicht aufwendig, kann aber einen großen Unterschied machen. Staub und Schmutz sammeln sich in den Kühlrippen und Lüftern des Radiators, blockieren den Luftstrom und zwingen das System zu unnötiger Mehrarbeit. Mit der Zeit kann dies zu steigenden Temperaturen und, schlimmer noch, zu einer verkürzten Lebensdauer der Komponenten führen. Daher ist es gut zu wissen, wie man diese Geräte reinigt, ohne das gesamte System zu beschädigen.
Die wichtigste Frage ist, ob man den Radiator montiert lässt oder ihn ausbaut. Bei leichter Staubansammlung ist die Reinigung ohne Demontage der AIO-Wasserkühlung schneller und weniger aufwendig. Ist sie jedoch stark verstaubt, empfiehlt sich eine vorsichtige Demontage. In jedem Fall trägt eine Reinigung alle paar Monate dazu bei, die Temperaturen niedrig und die Geräuschentwicklung im Rahmen zu halten. Dabei ist Vorsicht geboten, insbesondere beim Umgang mit den Schläuchen und Lamellen.
So reinigen Sie Ihren AIO-Radiator ohne Demontage
Verwendung von Druckluft oder Wassersprühnebel (die schnelle Lösung)
Bei nur wenig Staub ist die Reinigung recht einfach. Hauptziel ist es, den Staub zu entfernen, ohne die Kühlrippen zu lösen oder andere Teile zu beschädigen. Es mag seltsam klingen, aber meiner Erfahrung nach wirkt Druckluft aus der Dose Wunder – achten Sie nur darauf, die Lüfter festzuhalten, damit sie sich nicht frei drehen und die Lager beschädigen. Wenn Sie das Gehäuse umdrehen oder schräg halten, können Sie den Sprühstrahl gezielt auf die Kühlrippen des Radiators lenken. Achten Sie darauf, dass kein Wasser oder Druckluft ins Gehäuse oder in die Pumpe gelangt, und verwenden Sie daher keinen Druckluftstrahl mit zu viel Druck und Winkel.
Manche versuchen es auch mit Wasser und einer Düse – fließendes Wasser aus dem Wasserhahn oder Gartenschlauch spült hartnäckigen Schmutz gründlich weg. Man muss aber alles gut trocknen lassen, bevor man es wieder anschließt. Ein Tipp: Wenn man Wasser verwendet, sollte man Pumpe und Schläuche mit einer Plastiktüte oder wasserdichtem Klebeband schützen. Sonst kann eindringendes Wasser später zu Lecks führen. Ehrlich gesagt, habe ich schon Fälle erlebt, in denen Wasser etwas zu stark war. Daher ist Druckluft aus der Dose wahrscheinlich die bessere Wahl, es sei denn, man möchte etwas Besonderes.
- Schalten Sie Ihren PC aus und trennen Sie alle Kabel. Halten Sie dann die PowerTaste einige Sekunden lang gedrückt, um eventuelle Restladung zu entladen.
- Stellen Sie sicher, dass sich das Gehäuse an einem gut belüfteten Ort befindet, vorzugsweise im Freien oder an einem staubfreien Ort.
- Um Zugang zu den internen Komponenten zu erhalten, muss die Seitenwand entfernt werden. Normalerweise genügt es, die Schrauben am Rand zu lösen und die Seitenwand abzuziehen.
- Wenn der Radiator an der Vorderseite montiert ist, müssen Sie möglicherweise die Frontblende entfernen. Viele Gehäuse verwenden Druckclips – drücken und ziehen Sie vorsichtig, um sie zu lösen. Bei manchen Gehäusen, wie dem NZXT H510, ist das nicht so einfach, sodass Sie eventuell die gesamte Frontblende entfernen oder nur den Bereich um sie herum reinigen müssen.
- Positionieren Sie das Gehäuse so, dass Sie die Kühlrippen des Kühlers leicht besprühen können. Halten Sie die Dose dabei aufrecht, um zu vermeiden, dass Flüssigkeit statt Dampf versprüht wird.
- Blasen Sie den Staub mit Druckluft nach außen und halten Sie die Lüfter dabei ruhig, um Beschädigungen zu vermeiden. Bewegen Sie die Dose in verschiedenen Winkeln, um alle Lamellen zu erreichen – gehen Sie dabei vorsichtig vor und vermeiden Sie starke Erschütterungen.
- Reinigen Sie das Gehäuseinnere kurz mit einem Druckluftspray oder einem Tuch, wobei Sie besonders auf die Lüfterschlitze und Filter achten sollten. Staubfilter sollten separat entnommen und gereinigt werden.
- Bauen Sie alles wieder so zusammen, wie Sie es auseinandergenommen haben, und achten Sie darauf, dass alle Paneele fest eingerastet oder verschraubt sind.
Wichtiger Hinweis:
Bei hartnäckigen Staubablagerungen oder verstopften Kühlern reicht diese schnelle Methode manchmal nicht aus. Dann müssen die Kühler ausgebaut und gründlich gereinigt werden. Gehen Sie dabei besonders vorsichtig mit den Lamellen um – ein Verbiegen kann den Luftstrom und die Kühlleistung beeinträchtigen.
So reinigen Sie Ihren AIO-Radiator nach der Demontage
Entfernen des AIO
Wenn der Radiator so stark verstaubt ist, dass er die Temperaturen beeinträchtigt, kann ein Ausbau die beste Lösung sein. Wichtig: Die Schläuche nicht knicken oder zu stark ziehen. Es ist ein heikles Unterfangen. Diese Vorgehensweise empfiehlt sich, wenn sich Staub ansammelt, der sich nicht durch das Gehäuse entfernen lässt, oder wenn die Temperaturen trotz regelmäßiger Reinigung konstant hoch sind.
- Schalten Sie Ihren PC aus und entfernen Sie die Seitenabdeckung (wie zuvor).Trennen Sie alle Kabel.
- Ziehen Sie die Kabel der Lüfter und der Pumpe von den Anschlüssen auf dem Mainboard ab. Suchen Sie nach Stromkabeln, die direkt mit der Pumpe verbunden sind, und trennen Sie auch diese.
- Den Kühler und die Pumpenhalterung abschrauben. Vorsichtig herausheben, ohne die Schläuche zu stark zu verdrehen – dies kann zu Undichtigkeiten oder Rissen führen.
- Falls Lüfter angebracht sind, schrauben Sie diese vom Radiator ab. Sie lassen sich außerhalb des Gehäuses leichter reinigen.
- Vor der Reinigung die alte Wärmeleitpaste mit einem Mikrofasertuch und etwas Isopropylalkohol (mindestens 70 %) vom Prozessor entfernen. Dabei vorsichtig vorgehen, um Kratzer oder Beschädigungen der Kunststoffteile zu vermeiden.
Reinigung des Kühlers außerhalb des Gehäuses
Die Verwendung von Druckluft aus der Dose oder einer antistatischen Bürste ist empfehlenswert. Druckluft eignet sich am besten – halten Sie die Dose einfach aufrecht und sprühen Sie die Lamellen aus verschiedenen Winkeln ab. Sind die Lamellen verbogen oder verstopft, können Sie sie vorsichtig mit einem Lamellenkamm begradigen oder reinigen. Wattestäbchen, die leicht in Isopropylalkohol getaucht wurden, helfen, hartnäckigen Staub in den Lamellenzwischenräumen zu entfernen. Gehen Sie dabei aber vorsichtig vor und üben Sie keinen zu starken Druck aus.
Manche spülen den Heizkörper gerne mit kaltem Wasser oder einer Mischung aus Spülmittel und Wasser ab. Da der Heizkörper nur aus Metall und Kunststoff besteht, schadet ihm Wasser nicht. Achten Sie nur darauf, dass er vollständig trocknet, bevor Sie alles wieder anbringen. Lassen Sie sich Zeit beim Trocknen – am besten lassen Sie ihn einige Stunden in einem warmen, trockenen Raum trocknen oder beschleunigen Sie den Vorgang mit einem Föhn auf Kaltstufe. Achten Sie dabei auf statische Aufladung.
- Beginnen Sie damit, den größten Teil des Staubs abzubürsten oder mit Druckluft abzusprühen.
- Reinigen Sie anschließend die Zwischenräume der Flossen vorsichtig mit einem Wattestäbchen und gegebenenfalls Alkohol. Bei verbogenen Flossen sind Flossenrichthilfen äußerst hilfreich.
- Bei Bedarf mit Wasser abwaschen und anschließend gründlich trocknen – nicht alles im noch feuchten Zustand verpacken.
Wiedereinbau des gereinigten Heizkörpers
Nachdem alles trocken und sauber ist, montieren Sie den Radiator und die Lüfter wieder und tragen Sie die Wärmeleitpaste auf der CPU in der korrekten Reihenfolge auf. Schließen Sie alle Kabel, Schläuche und Schrauben wieder an und starten Sie den PC. Behalten Sie die Temperaturen und die Geräuschentwicklung im Auge. Wenn die Temperaturen wieder im Normalbereich liegen, ist alles in Ordnung.
Zusammenfassung
Die Reinigung Ihrer AIO-Wasserkühlung muss kein Albtraum sein, egal ob Sie sie im Gehäuse durchführen oder ausbauen. Gehen Sie einfach langsam und vorsichtig vor und vermeiden Sie es, die Kühlrippen zu beschädigen oder Schläuche zu verbiegen. Eine regelmäßige Reinigung alle paar Monate verlängert die Lebensdauer Ihres Kühlers und sorgt für optimale Kühlung. Denn natürlich machen Windows und die PC-Hardware es einem unnötig schwer.
Zusammenfassung
- Regelmäßig Staub ausblasen, nicht erst bei Temperaturspitzen warten.
- Verwenden Sie Druckluft – Dose oder Bürste für eine feinere Reinigung.
- Seien Sie vorsichtig, insbesondere mit Flossen und Schläuchen.
- Bauen Sie den Kühler aus, wenn er zu staubig oder verstopft ist – vernachlässigen Sie dabei nicht den Kühlkreislauf.
- Vor dem Zusammenbau gründlich trocknen lassen.