Wie man einen Monitor ohne Bohren montiert
Die meisten modernen Monitore, insbesondere solche mit VESA-Kompatibilität, lassen sich recht einfach an Wänden, Monitorarmen oder ergonomischen Ständern befestigen. Was aber, wenn Ihr Monitor zu den Ausnahmen ohne Befestigungslöcher gehört? Oder Sie möchten die vorhandenen Löcher einfach nicht anbohren, weil sie verdeckt sind oder die Anleitung unklar ist? Ja, das kann ganz schön ärgerlich sein – denn Windows und Hardwarehersteller machen es einem in solchen Dingen manchmal nicht gerade leicht.
Die gute Nachricht: Sie müssen Ihren Monitor weder entsorgen noch eine unbequeme Position in Kauf nehmen. Mit dem passenden VESA- oder Nicht-VESA-Adapter-Set ist das kein Problem. Die Idee ist, eine selbstgebaute Halterung zu erstellen, die für Ordnung sorgt und Ihren Nacken entlastet. Es ist zwar nicht ganz kinderleicht, aber mit etwas Geschick im Umgang mit Werkzeug und Geduld schaffen Sie es bestimmt. Gönnen Sie sich einfach eine stabile Halterung, die nicht nach ein paar Monaten auseinanderfällt.
Wie man einen Monitor ohne VESA-Bohrungen montiert
Methode 1: Das passende Adapterset finden oder kaufen
Zunächst benötigen Sie einen passenden VESA- oder Nicht-VESA-Adapter. Diese sind nicht besonders teuer und online bei Amazon oder AliExpress oder auch in manchen Computerläden erhältlich. Der Hauptgrund dafür ist, dass Ihr Monitor entweder nicht über die üblichen vier Befestigungslöcher verfügt oder diese durch einen Aufkleber oder eine Abdeckung verdeckt sind. Die Adapter fungieren im Prinzip als Brücke, werden an der Rückseite Ihres Monitors befestigt und ermöglichen so eine VESA-kompatible Schnittstelle.
Bei manchen Monitoren, insbesondere älteren oder günstigen Modellen, besteht der Adapter lediglich aus einer Platte mit verstellbaren Schraubenlöchern, während andere universeller sind und für eine Vielzahl von Größen und Gewichten geeignet sind.Überprüfen Sie daher unbedingt die Größe und das Gewicht Ihres Monitors vor dem Kauf.Üblicherweise sind diese Adapter mit klaren Größenangaben versehen, z. B.75 x 75 mm oder 100 x 100 mm Montagemuster.
Profi-Tipp: Prüfen Sie zuerst die technischen Daten oder die Bedienungsanleitung, da die Befestigungspunkte mancher Monitore in der Anleitung oder hinter Gummikappen versteckt sind. Falls Sie die Löcher nicht finden, hilft es, Bildschirm und Gewicht (ungefähr) zu messen. Und ja, gehen Sie nicht davon aus, dass der Adapter auf Anhieb perfekt passt – eventuell ist etwas Nachjustieren nötig.
Werkzeuge und Materialien zusammenstellen
Sobald der Adapter befestigt ist, benötigen Sie einige Werkzeuge. Ehrlich gesagt ist es keine Raketenwissenschaft, aber mit diesen Werkzeugen wird die Arbeit deutlich einfacher:
- Schraubendreher (Kreuzschlitz funktioniert normalerweise)
- Akkuschrauber mit den passenden Bohrern (vielleicht ein 1/8″- oder 3-mm -Bohrer)
- Schrauben und Muttern, die auf das Gewicht Ihres Monitors und den Adapter abgestimmt sind.
- Stifte oder Klebeband zum Markieren von Löchern
- Ein kleines Stück Holz oder ein Holzrest (wenn Sie in eine nichtmetallische Oberfläche bohren)
- Optional: Epoxidharz (für eine besonders stabile Befestigung)
Ein Lineal oder Maßband ist hilfreich, damit die Löcher exakt ausgerichtet sind.Überprüfen Sie vor dem Bohren unbedingt das VESA-Lochmuster des Adapters – die korrekten Abstände sind nämlich entscheidend.
Zerlegen und Vorbereiten Ihres Monitors
Dieser Schritt ist je nach Monitorkonfiguration optional. Normalerweise müssen Sie den Standfuß entfernen. Trennen Sie dazu zuerst die Strom- und Videokabel und schrauben Sie anschließend den Standfuß ab. Schauen Sie gegebenenfalls in der Bedienungsanleitung nach. Im Allgemeinen drehen Sie den Monitor um, entfernen die Schrauben des Standfußes und nehmen die Teile vorsichtig ab. Gehen Sie dabei behutsam mit dem Rahmen und den inneren Halteklammern um.
In manchen Fällen müssen Sie die Lünette oder das Gehäuse entfernen. Dazu können Sie es mit Kunststoffwerkzeugen vorsichtig abhebeln. Gehen Sie dabei behutsam vor – diese Teile sind zwar nicht besonders robust, können aber bei zu viel Kraftaufwand brechen. Bewahren Sie alle Schrauben an einem Ort auf, damit Sie nichts verlieren.
VESA-Löcher markieren und bohren (DIY)
Das ist der knifflige Teil. Man muss genau messen, wo der Adapter sitzen soll und wo die neuen Löcher hinkommen. Wenn die Rückseite des Monitors aus Metall ist, kann man direkt hineinbohren; andernfalls muss man ein Stück Holz dahinter anbringen, um die Schrauben sicher zu fixieren.
Setzen Sie den Adapter an die gewünschte Position und markieren Sie die Bohrlöcher.Überprüfen Sie die Maße anhand des Schraubenmusters des Adapters. Bohren Sie anschließend vorsichtig, ohne zu tief zu bohren oder die Bohrung zu verfehlen. Beginnen Sie aus Sicherheitsgründen mit einem kleinen Bohrer und verwenden Sie dann den passenden Bohrer. So vermeiden Sie, dass das Plastik bricht oder der Bildschirm beschädigt wird.
Denken Sie daran: Bei einigen älteren Monitoren oder Modellen mit versteckten oder abgedeckten Befestigungspunkten ist für diesen Schritt möglicherweise etwas Kreativität gefragt – zum Beispiel die Befestigung des Adapters an einer Holzplatte zur Erhöhung der Stabilität.
Adapter anbringen und wieder zusammenbauen
Nach dem Bohren geht es ans Zusammenbauen. Führen Sie die Schrauben durch die vorgebohrten Löcher und befestigen Sie sie mit Muttern oder Flügelmuttern. Falls Sie für zusätzliche Stabilität Epoxidharz oder Klebstoff verwenden, tragen Sie diesen auf die Befestigungspunkte auf und lassen Sie ihn aushärten (in der Regel einige Stunden).Wenn Sie in Holz gebohrt haben, befestigen Sie die Adapterplatte am Holz und schrauben Sie sie anschließend an den Monitor – bei Standard-Metallgehäusen ist das Vorgehen identisch: einfach verschrauben und festziehen.
Setzen Sie die Monitorteile wieder zusammen – bringen Sie die Blende und den Standfuß vorsichtig wieder an, falls diese abgenommen wurden. Bei manchen Konfigurationen können Sie auf die Wiederanbringung des Standfußes verzichten, wenn Sie den Monitor an einer Wand oder einem Schwenkarm montieren. Achten Sie lediglich darauf, dass alles fest und stabil sitzt.
Montage & Feinabstimmung
Schieben oder schrauben Sie den Monitor nun an Ihre Halterung oder Ihren Monitorarm. Viele VESA-Adapter verfügen über eine Einschubvorrichtung oder Schraublöcher für eine schnelle Montage. Nach der Montage sollten Sie Neigung, Höhe und Winkel für optimalen Komfort einstellen. Manchmal ist die Ausrichtung der Halterung am Adapter etwas knifflig – nehmen Sie sich einfach Zeit und ziehen Sie die Schrauben nicht zu fest an. Bei einer Konfiguration hat es funktioniert, bei einer anderen… nicht ganz so reibungslos, aber ausreichend.
Abschließende Kontrolle: Stellen Sie sicher, dass alles fest sitzt, und genießen Sie dann Ihre individuell montierte Lösung, ohne dass störende Löcher im Weg sind.
Zusammenfassung
- Finden oder kaufen Sie ein kompatibles VESA- oder Nicht-VESA-Adapterset.
- Besorgen Sie sich die wichtigsten Werkzeuge: Schraubendreher, Bohrmaschine, Schrauben, Marker usw.
- Zerlegen Sie gegebenenfalls Monitorteile und messen Sie sorgfältig nach.
- Markieren und bohren Sie benutzerdefinierte Löcher, falls kein VESA-Muster vorhanden ist.
- Bringen Sie den Adapter sicher an und bauen Sie den Monitor anschließend wieder zusammen.
- Montieren Sie das Gerät an Ihrem bevorzugten Stativ oder Wandarm und stellen Sie es für optimalen Komfort ein.
Zusammenfassung
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Montage eines Monitors ohne VESA-Bohrungen zwar kein Projekt für ein Wochenende ist, aber mit etwas Geduld durchaus machbar. Wichtig ist, zweimal zu messen, sorgfältig zu bohren und sicherzustellen, dass alles fest und ausbalanciert ist. Wenn es dann klappt, verbessert es die Ergonomie und spart Platz auf dem Schreibtisch enorm. Hoffentlich spart dieser Beitrag dem einen oder anderen, der sein Setup optimal gestalten möchte, ein paar Stunden.