Wie man Probleme beim Übertakten der CPU effektiv behebt
Das Übertakten von CPUs kann manchmal echt nervig sein. Man erhöht Taktfrequenz und Spannung, aber die Systemstabilität will einfach nicht mitspielen – entweder stürzt das System bei Stresstests ab oder startet nach den Änderungen gar nicht mehr. Dieser Leitfaden hilft dir, diese hartnäckigen Probleme zu beheben, damit du dein System etwas weiter optimieren kannst, ohne die Hardware zu riskieren. Du erreichst vielleicht nicht sofort die perfekte Übertaktung, aber zu verstehen, wo das Problem liegt, kann dir viel Frust und Zeit ersparen. Wenn sich dein System plötzlich nicht mehr übertakten lässt oder nach Änderungen an den BIOS-Einstellungen abstürzt, könnten dir diese Lösungen einige Kopfschmerzen ersparen.
Wie man das Problem behebt, dass die Übertaktung nicht gespeichert wird oder Windows nicht startet
Prüfen Sie zuerst die grundlegende Hardwarekompatibilität.
Bevor Sie im BIOS oder in der Software herumexperimentieren, vergewissern Sie sich, dass Ihre Hardware Übertaktung überhaupt unterstützt. Das ist eigentlich selbstverständlich, wird aber oft übersehen. Bei einer gesperrten CPU (wie den meisten Intel-Prozessoren ohne K-Bezeichnung oder den gesperrten AMD-Modellen) ist Übertakten unter Umständen nicht möglich.
- Prüfen Sie, ob Ihre CPU entsperrt ist: Bei Intel betrifft das die K- oder X-Serie. Bei AMD sind fast alle Ryzen-Prozessoren entsperrt, überprüfen Sie aber zur Sicherheit Ihr spezifisches Modell.
- Überprüfen Sie die Spezifikationen Ihres Motherboards: Sie benötigen ein Board mit einem Chipsatz, der OC unterstützt – Intel Z-Serie (wie Z590, Z690) oder X-Serie, oder AMD X-Serie/B-Serie Chipsatz-Boards.
- Stellen Sie sicher, dass Ihre Kühlung ausreichend ist.Übertakten erzeugt Wärme, und wenn die Kühlung nicht ausreicht, wird die Systemstabilität stark beeinträchtigt.
BIOS auf Standardeinstellungen zurücksetzen und erneut versuchen
Manchmal geraten die BIOS-Einstellungen nach einigen Änderungen durcheinander – insbesondere bei extrem hohen Spannungen oder Frequenzen. Das Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen behebt oft Fehlkonfigurationen, die den Startvorgang oder die Stabilität beeinträchtigen. Seltsamerweise bleiben die Übertaktungseinstellungen bei manchen Rechnern hartnäckig bestehen und verhindern den Start. Setzen Sie daher vor weiteren Änderungen das BIOS zurück.
- Starten Sie den Computer neu und drücken Sie die Entf- Taste (oder die entsprechende Taste Ihres Motherboards), um ins BIOS zu gelangen.
- Navigieren Sie zu Einstellungen → Speichern & Beenden.
- Wählen Sie „Standardeinstellungen wiederherstellen“ oder „Optimierte Standardeinstellungen laden“.
- Bestätigen und neu starten.
Dadurch werden alle Ihre Übertaktungseinstellungen gelöscht und das System in einen bekannten, guten Zustand zurückversetzt.
Führen Sie einen einfachen Stresstest durch, um die Stabilität zu bestätigen.
Nachdem die Standardeinstellungen wiederhergestellt sind, richten Sie Ihr System langsam wieder ein. Verwenden Sie Tools wie HWInfo oder Cinebench, um Ausgangswerte für Temperaturen, Spannungen und Testergebnisse zu ermitteln. Führen Sie anschließend einen Stresstest wie Prime95 oder AIDA64 durch – lassen Sie ihn mindestens eine Stunde laufen. Sollte das System abstürzen oder die Temperaturen unkontrolliert ansteigen, könnten Kühlung oder Spannungen die Ursache sein. Dieser Schritt stellt sicher, dass Ihr System stabil läuft, bevor Sie auf Übertaktungseinstellungen umstellen.
Passen Sie die OC-Einstellungen schrittweise an und achten Sie auf Warnsignale.
Wenn Ihr System im Standardmodus stabil läuft, können Sie mit den Optimierungen beginnen.Ändern Sie den CPU-Multiplikator oder das Multiplikatorverhältnis im BIOS – beispielsweise von 40 auf 41 (bei einem Basistakt von 100 MHz ergibt das 4, 0 GHz statt 3, 8 GHz) – und erhöhen Sie die Spannungen leicht, etwa von 1, 2 V auf 1, 25 V. Gehen Sie dabei behutsam vor; kleine Schritte verhindern Überhitzung oder Taktfehler. Führen Sie nach jeder Optimierung einen Stresstest durch. Sollte Ihr System nicht mehr starten oder abstürzen, stellen Sie die letzte stabile Einstellung wieder her.
Hinweis: Bei manchen Mainboards führt eine Erhöhung des Multiplikators zu roten Fehlermeldungen oder Warnmeldungen – dies sind Warnsignale dafür, dass Sie die Leistungsgrenze überschreiten. Achten Sie außerdem auf die Temperatur; wenn diese während Stresstests über 85 °C steigt, ist die Kühlung unzureichend.
Aktualisieren Sie das BIOS, falls das Übertakten weiterhin fehlschlägt.
Ältere BIOS-Versionen können Fehler enthalten oder Verbesserungen hinsichtlich Stabilität und Kompatibilität aufweisen. Besuchen Sie die Website Ihres Mainboard-Herstellers – beispielsweise den Support von ASUS oder MSI – und prüfen Sie, ob eine neuere BIOS-Version verfügbar ist. Das Flashen des BIOS klingt kompliziert, ist aber bei den meisten Mainboards ganz einfach: Sie kopieren eine Datei auf einen formatierten USB-Stick, führen das integrierte BIOS-Update-Tool aus und starten den Computer neu. Verwenden Sie das integrierte Tool Ihres Mainboards (z. B.ASUS EZ Flash oder MSI M-Flash) und befolgen Sie die Anweisungen sorgfältig. Manchmal behebt ein BIOS-Update Übertaktungsprobleme automatisch oder verbessert die Stabilität.
Optimierte Energieeinstellungen und Funktionen
Stellen Sie sicher, dass die Windows-Energiesparpläne keine Störungen verursachen. Wählen Sie in der Systemsteuerung unter „System und Sicherheit“ → „Energieoptionen“ die Option „Höchstleistung“ oder „Maximale Leistung “.Dadurch wird verhindert, dass Windows die CPU-Frequenz drosselt.Überprüfen Sie außerdem im BIOS Funktionen wie Intel Turbo Boost oder AMD Precision Boost. Manchmal kann deren Aktivierung oder Deaktivierung einen Unterschied machen. Normalerweise verbessern diese Boost-Technologien die Systemstabilität, in manchen Konfigurationen ermöglicht ihre Deaktivierung jedoch eine bessere manuelle Steuerung.
Thermische Drosselung deaktivieren & Kühlleistung testen
Viele CPUs verfügen über eine automatische Taktbegrenzung, um Überhitzung zu verhindern. Diese kann jedoch Ihre Übertaktungsversuche zunichtemachen. Falls Ihr BIOS dies zulässt, deaktivieren Sie die Taktbegrenzung, insbesondere wenn Sie über eine leistungsstarke Kühlung verfügen. Beachten Sie jedoch: Die Deaktivierung erhöht das Risiko einer Überhitzung.Überwachen Sie die Temperaturen während Stresstests mit HWInfo. Sollten die Temperaturen die sicheren Grenzwerte (>85 °C) überschreiten, machen Sie die Änderung rückgängig oder verbessern Sie die Kühlung. Auf einem ASRock Z370-Mainboard können Sie beispielsweise unter Erweitert → CPU-Konfiguration die Option „CPU-Taktbegrenzung“ deaktivieren. Tun Sie dies aber nur, wenn die Kühlung ausreichend ist.
Probieren Sie Übertaktungssoftware von Drittanbietern aus.
Wenn BIOS-Anpassungen nicht zum gewünschten Ergebnis führen, bieten einige Mainboard-Hersteller spezielle Anwendungen an – wie Intel Extreme Tuning Utility oder AMD Ryzen Master –, die mitunter stabiler laufen oder einfacher zu bedienen sind.Zudem lassen sich Spannungs- und Frequenzänderungen oft in Echtzeit ohne Neustart anzeigen. Manche Anwender beheben Probleme, indem sie die OC-Einstellungen mit diesen Tools anpassen und anschließend umfangreiche Stresstests durchführen.
Letzte Option: Hardware-Fehlerbehebung
Wenn nichts anderes hilft, könnte es an einem Defekt Ihrer CPU oder Ihres Mainboards liegen oder daran, dass diese einfach nicht mehr stabil übertaktet werden können. Chips verschleißen mit der Zeit, oder Ihr Mainboard könnte fehlerhafte VRMs haben. Testen Sie Ihre CPU nach Möglichkeit in einem anderen kompatiblen Mainboard oder versuchen Sie es mit einer anderen CPU in Ihrem aktuellen System. Sollte das Übertakten immer noch nicht stabil sein, ist es möglicherweise an der Zeit, einen Hardware-Austausch in Betracht zu ziehen – anhaltende Instabilität lässt sich scheinbar nur durch andere Maßnahmen beheben.
Es klingt vielleicht etwas seltsam, aber Geduld und kleine Schritte sind der Schlüssel.Übertakten ist keine exakte Wissenschaft, insbesondere bei unterschiedlichen Chips – manchmal hilft schon eine kleine Spannungserhöhung, manchmal ist mehr nicht unbedingt besser. In der Regel führen gute Kühlung, ein stabiles BIOS und Geduld zum Ziel.
Zusammenfassung
- Stellen Sie sicher, dass Ihre CPU und Ihr Motherboard das Übertakten unterstützen.
- Setzen Sie das BIOS auf die Standardeinstellungen zurück, bevor Sie es erneut versuchen.
- Führen Sie zunächst Stabilitätstests mit den Standardeinstellungen durch und nehmen Sie dann schrittweise Anpassungen vor.
- Aktualisieren Sie das BIOS, wenn Sie Fehler oder Kompatibilitätsprobleme vermuten.
- Passen Sie den Energiesparplan an und deaktivieren Sie gegebenenfalls die thermische Drosselung.
- Verwenden Sie Übertaktungstools von Drittanbietern, wenn das BIOS versagt.
- Sollte die Stabilität weiterhin nicht erreicht werden, sollten Sie einen Hardwareaustausch in Erwägung ziehen.
Zusammenfassung
Letztendlich läuft die Fehlersuche bei Übertaktungsproblemen auf systematisches Testen und kleine Anpassungen hinaus. Es ist ein Balanceakt – die Leistung steigern, ohne die Stabilität zu sehr zu beeinträchtigen. Hoffentlich hilft das jemandem, der immer wieder an seine Grenzen stößt. Viel Glück!